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Chronik Wien
12/12/2021

Ludwig zu Wien-Demo: "Sehe große Gefahr"

Der Wiener Bürgermeister warnt davor, dass Demos gegen Corona-Maßnahmen von rechtsextremen Gruppen unterwandert werden.

Mehr als 40.000 Menschen versammelten sich gestern in der Wiener Innenstadt, um gegen die Corona-Maßnahmen, die Impfpflicht und überhaupt gegen den Corona-Kurs der Regierung zu demonstrieren. 

Die Szenerie am Heldenplatz entsprach einem inzwischen gewohnten Bild am Wochenende. Zahlreiche Slogans auf den Transparenten, Tafeln oder Aufklebern widmeten sich der - von den Teilnehmern sichtlich rigoros abgelehnten - Impfpflicht. "Nein zum Impfzwang" war häufig zu lesen. Auch die Forderung "Hände weg von unseren Kindern" war sehr präsent.

Auf zahlreichen Tafeln und Stickern wurde auch der Rücktritt der Regierung urgiert. Mit Trillerpfeifen und Trommeln machte man auch akustisch auf das Anliegen aufmerksam. Wiederholt wurde "Wir sind das Volk" skandiert. Auch eine "neue Hymne für die Freiheit" schallte aus den Lautsprechern.

FPÖ-Chef Herbert Kickl - die Freiheitlichen haben die Demo organisiert - wetterte von der Bühne, dass manche noch nicht begriffen hätten, dass sie von einer Regierung "verarscht" und in den "Hintern getreten" würden. 

Während des Protestzuges kam es zu Beleidigungen, Drohgebärden und Angriffen gegen Medienvertreter. Einige wurden mit Schneebällen bzw. Eisbrocken beworfen. Teams des ORF entschieden sich, Logos auf Kameras und Mikrofonen abzukleben, berichtet heutePuls24-Reporterin Magdalena Punz wurde beschimpft, ebenso wurde OE24-TV-Reporterin Julia Rauch bedrängt. "Lügenpresse"-Rufe waren zu hören.

Ludwig: "Sehe große Gefahr"

Heute, Sonntag, reagierte der Wiener Bürgermeister auf die gestrige Demo. Es sei ihm wichtig, "niemanden pauschal abzustempeln", so Ludwig via Twitter. Man müsse klar unterscheiden "zwischen jenen, die beunruhigt sind und berechtigte Ängste haben und jenen die daraus politisches Kapital ziehen wollen."

Ludwig warnt weiters: "Diese Demonstrationen werden in ganz Europa und auch in Österreich zunehmend von rechtsextremen Gruppen instrumentalisiert und unterwandert. Sie machen sich die Diskussion zu Nutze, um politische Stimmung zu machen." Der Wiener Stadtchef ortet darin "eine große Gefahr." "Diese rechtsextremen Gruppen muss man ganz stark im Auge haben!"

Daher sei es ihm, "als Wiener Bürgermeister und Antifaschist" wichtig, "genau hinzusehen, auf die Ängste der Menschen einzugehen und achtsam zu sein, wenn rechtsextreme Gruppierungen einen Spalt in unsere Gesellschaft treiben wollen."

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