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Chronik Wien
04/25/2021

Nepp mit 97,86 Prozent zum Wiener FPÖ-Chef gewählt

Rund 400 Delegierte wurden in der Messe Wien erwartet.

Die Wiener FPÖ hat heute, Sonntag, den bereits geschäftsführenden Obmann Dominik Nepp (39) endgültig zum Parteichef gewählt. Er erhielt 97,86 Prozent der Delegiertenstimmen.

Nepp hätte bereits im Vorjahr offiziell gekürt werden sollen, der erste Corona-Shutdown machte aber einen Strich durch die Rechnung. Nun wird trotz Pandemie der Parteitag nachgeholt. Rund 400 Delegierte wurden in der Messe Wien erwartet. Im Vorfeld hat die Partei versprochen, dass bei dem Treffen umfangreiche Corona-Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Nepp, damals nicht amtsführender Vizebürgermeister im Rathaus und aktuell nicht amtsführender Stadtrat, wurde 2019 vom Vorstand designiert. Er musste nach dem blauen Ibiza-Debakel in die Fußstapfen von Heinz-Christian Strache treten - der bis zu seinem Rücktritt nicht nur Bundesobmann, sondern auch Landesparteichef der Wiener Blauen war. Bei der Wien-Wahl im Vorjahr setzte es für die FPÖ große Verluste. Die Blauen stürzten um mehr als 23 Prozentpunkte auf einen Stimmanteil von knapp über sieben Prozent ab. 

Die FPÖ-Spitze hat zu Beginn Landesparteitags Geschlossenheit demonstriert. Bundesobmann Norbert Hofer übergab dabei seinem Klubchef Herbert Kickl als Redner die Staffel, dieser zeigte sich bei seinem Auftritt entgegen seiner Überzeugung mit Maske. 

Hofer sorgte mit seinen Grußworten gleich zu Beginn des Parteitags für Spannung. "Ich kann euch versprechen, dass sich die Dinge in den nächsten Monaten sehr verändern werden", meinte er und: "Im Mai dürfte es zu neuen Enthüllungen kommen, die die Regierungspolitik und insbesondere die ÖVP sehr erschüttern wird." Mehr verriet auch Hofer nicht. Der FPÖ-Chef geht aber davon aus, dass man danach mit SPÖ, ÖVP und FPÖ wieder drei gleichwertige Parteien haben werde.

Mit Abklatschen übernahm Kickl von Hofer das Rednerpult. Auf die Gerüchte über Kalamitäten untereinander wurde zwar in beiden Ansprachen nicht eingegangen, jedoch wartete Kickl mit einer symbolischen Geste auf: "Ich bin heute mit Maske gekommen, kein Problem." Er fühle sich sogar wie ein "Zorro des 21. Jahrhunderts", meinte der freiheitliche Klubchef im Nationalrat. Zudem beschwor Kickl einen "Schulterschluss" zwischen den verschiedenen Teilen der Partei. Zuletzt hatte es grobe Unstimmigkeiten zwischen Hofer und Kickl gegeben, ob die Abgeordneten im Nationalrat Masken tragen müssen.

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