Zustellzone aufgehoben: Betrieb kämpft mit Chaos
Von Franziska Trautmann
Seit über 50 Jahren werden in der Firma „Franz Just und Söhne“ in Floridsdorf Stempel und Schilder produziert. Bis November 2025 gab es vor ihrem Firmensitz in der Koloniestraße eine Parkverbotszone mit Ausnahme für Zustelldienste, die als Ladezone verwendet wurde. „Ohne jegliche Vorwarnung wurde die Zone aufgehoben“, sagte Geschäftsführer Stefan Just in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“. Stattdessen befindet sich dort nun eine Reihe an Parkplätzen. Seitdem herrsche Betriebschaos für Lieferanten und Mitarbeiter.
Laut Just seien von einem Tag auf den anderen die Kennzeichnungen der Zone, Schilder und Pfosten entfernt worden. Als er beim zuständigen Magistrat für Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten (MA 46) nachfragte, wurde ihm gesagt, dass es seine Firma laut Floridsdorfer Bezirksamt seit 20 Jahren nicht mehr gäbe. „Ich war sehr verwirrt, denn wir stellen alle Stempel für sie her“, sagt Just im Gespräch mit dem KURIER.
Halten in zweiter Spur
Just und Volksanwalt Christoph Luisser schilderten die Folgen in der ORF-Sendung. Mitarbeiter und Zusteller könnten nicht mehr gefahrlos zufahren. Außerdem sei das Tor nur 3,9 Meter hoch, größere Lkws müssten nun in zweiter Spur halten. Ein zunehmendes Problem, denn die Firma ist auch ein Paketshop.
In der Sendung stellt Markus Raab, Leiter der MA 46, klar, dass es sich um eine Zustellzone und keine Ladezone handle und nur Tätigkeiten unter fünf Minuten erlaubt seien. Diese Zustellzone war beim Errichten keinem bestimmten Betrieb zugeordnet, daher musste auch jetzt niemand gefragt werden. Erst jetzt wurde bekannt, dass der Betrieb eine eigene Ladezone benötigt und die damalige Zustellzone rechtswidrig nutzte.
Anrainer Beschwerden
Die bisherige Zustellzone wurde jetzt aufgehoben, weil sich Anrainer laut Raab über fehlende Parkplätze beschwert hätten. Außerdem sei die Zone damals errichtet worden, um die Verkehrssituation an einer nahe gelegenen Kreuzung zu beruhigen. Dies sei jetzt durch eine andere Halte- und Parkenverbotszone gelungen.
Für Just unverständlich, denn er habe noch nie Beschwerden von Anrainern gehört. Seit die Zone weg ist, hat es an der Kreuzung bereits zwei Unfälle gegeben. Laut Raab habe die Verkehrsbehörde aber noch keine Unfälle dort gemeldet.
Nach vier Monaten scheint jetzt eine Lösung in Sicht: Nächste Woche soll die MA 46 vorbeikommen. „Da wollen sie eine Vorabverhandlung führen. Wie es dann weitergehen soll, wissen wir nicht“, sagt Just. Laut Raab sei davon auszugehen, dass eine Ladezone verordnet wird.
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