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Chronik Wien
12/22/2021

Kunstdiebstahl: Werke im Wert von 1,3 Millionen Euro sichergestellt

Unter den Werken befanden sich unter anderen Zeichnungen von Gustav Klimt und Druckgrafiken von Egon Schiele.

Ein 45-J√§hriger Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens in Wien-Favoriten soll Kunstgegenst√§nde aus dem Lager einer Kunsttransportfirma gestohlen haben. Die Ermittler stellte wertvolle Gem√§lde, darunter gestohlene Zeichnungen von Gustav Klimt, Druckgrafiken von Egon Schiele und ein Portrait von Kaiser Franz Josef von K√ľnstler Friedrich Wailand sicher. Gesamtwert der gestohlenen Kunstwerke: Rund 1,3 Millionen Euro.

Auch ein Bronzegef√§√ü aus dem 11. Jahrhundert vor Christus mit einem Wert von rund 80.000 Euro soll der Mann gestohlen haben. Genau dieses soll letztlich auch zum mutma√ülichen Dieb gef√ľhrt haben. Ein Verein aus London, der sich auf das Wiederauffinden gestohlener Kunstwerke spezialisiert hat, informierte die √∂sterreichischen Beh√∂rden, dass ein √∂sterreichischer Staatsb√ľrger eben dieses Gef√§√ü angefragt hatte. Das Gef√§√ü wurde nach dessen Verschwinden im Jahr 2013 in der Interpol-Kunstdatenbank als gestohlen gemeldet.

Bei dem Verein handelt es sich um das internationale Art Loss Register, kurz ALR, erkl√§rt Polizeisprecher Markus Dittrich dem KURIER. Auf der Webseite weist sich der Verein als die weltweit gr√∂√üte private Datenbank f√ľr gestohlene Kunst, Antiquit√§ten und Sammlerst√ľcke aus.

Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien f√ľhrten Anfang Juni zu einer Spedition, bei der der Mann besch√§ftigt sein soll. Im Zuge einer Hausdurchsuchung stellten die Beamten dann die Kunstgegenst√§nde sicher. Einige davon waren jedoch nicht als gestohlen gemeldet.

Kontakt mit Auktionshaus

Ermittlungen ergaben auch, dass der 45-Jährige in Kontakt mit einem internationalen Auktionshaus war. Es wird davon ausgegangen, dass der Tatverdächtige mit der Abfrage in der Datenbank des Londoner Vereins sicherstellen wollte, dass das Gefäß nicht als gestohlen gemeldet war.

Drei Werke konnten nicht aufgefunden werden. Hier besteht der Verdacht, dass der Mann die Kunstgegenst√§nde bereits verkauft haben k√∂nnte. Es handelt sich um ein Skizzenblatt des K√ľnstlers Alfred Kubin, ein Plakat von Josef Mikl sowie ein Bild von Rudolf Hoflehner.

Sachdienliche Hinweise werden - auch anonym, an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01/31310-33800 erbeten.

Der 45-Jährige wurde auf freiem Fuß angezeigt.

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