Amerlinghaus vor dem Aus: Fördermittel stark gekürzt

WIENER KULTURZENTRUM AMERLINGHAUS FASSADE
Ein Spendenaufruf soll die Schließung noch abwenden.

Von Franziska Trautmann 

Seit rund 50 Jahren gibt es das Kulturzentrum im Amerlinghaus im 7. Bezirk, jetzt droht ihm bald das Aus. Bisher wurde das Zentrum von der Stadt Wien mit jährlich 300.000 Euro gefördert, bereits im Dezember letzten Jahres kündigte das zuständige Magistrat für Bildung und Jugend (MA 13) Kürzungen an.  

Nur mehr 135.000 Euro

In einer Pressekonferenz bestätigt jetzt Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos), dass die Fördersumme für dieses Jahr nur mehr 135.000 Euro betragen wird. Laut Amerlinghaus würde das zur Folge haben, dass das Zentrum nicht mehr betrieben werden kann. Das „Amerlingbeisl“ sei davon nicht betroffen, dieses laufe unabhängig vom Kulturzentrum. 

Von der Förderung wurden bis dato vor allem die Mietkosten für die rund 500 Quadratmeter und einige Mitarbeiter bezahlt. Das würde auch 60 ehrenamtliche Vereine, die die Räumlichkeiten nutzen, und mehrere kulturelle Programme betreffen.  Für das Amerlinghaus ist dies ein „brutaler Angriff auf das Kulturzentrum und die freie Szene“. Im Dezember wurde dazu protestiert und auf Instagram der Hashtag „amerlinghausbleibt“ eingeführt.

Spendenaufruf 

Mittlerweile ist das Zentrum noch einen Schritt weitergegangen und hat im Jänner einen Spendenaufruf auf ihrer Website und ihrem Instagram-Account getätigt.  Sie bitten um 200.000 Euro, ansonsten müsse das Haus bis Ende März schließen. Gegenüber dem KURIER hat das Zentrum angegeben, bis jetzt rund 8.200 Euro erhalten zu haben. 

Angesprochen auf den Spendenaufruf und die mögliche Schließung des Amerlinghauses erklärt Emmerling: „Wie sich das Amerlinghaus finanziert und weiter besteht, ist eine Frage des Amerlinghauses.“ Laut ihr seien die Kürzungen dem Spardruck geschuldet und der Fokus liege derzeit auf dem Ausbau von Kindergarten- und Schulplätzen. Die Vereine des Kulturzentrums müssen sich  überlegen, wie sie sich nun aufstellen werden.

Auf die Frage nach weiteren Protesten erklärt das Amerlinghaus: „Damit finden wir keinen Anklang.“ Denn vor rund einer Woche seien bei einem Termin mit Emmerling weitere Kürzungen für kommendes Jahr angekündigt worden.  Jetzt wolle das Amerlinghaus einen anderen Weg einschlagen und sich mit von Kürzungen Betroffenen zusammenschließen.  

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