Wien: Vater mit zwei Söhnen untergetaucht, Fahndung auf Hochtouren
Von Maximilian Gruber & Stephanie Angerer
Zwei Brüder im Alter von sieben und acht Jahren gelten derzeit als vermisst. Gegen 7.45 Uhr machten sich die Kinder am Mittwoch von der Wohnadresse der Mutter auf in Richtung Schule in der Leopoldstadt. Dort sollten sie aber nie ankommen. Als ihr Fehlen bemerkt wurde, informierte die Schulleitung umgehend die Behörden darüber.
Noch am Mittwochvormittag wurde eine großangelegte Suchaktion nach den beiden Brüdern gestartet, wie MeinBezirk zuerst berichtete. Auch am Donnerstag fehlte von den beiden jede Spur. Im Fokus der Ermittlungen steht der Vater der Kinder.
Vom Landeskriminalamt Wien werde derzeit wegen des Verdachts der Kindesentziehung ermittelt, heißt es auf KURIER-Anfrage. Dabei handelt es sich um ein Delikt durch einen Elternteil, bei dem das Kind ohne Zustimmung des sorgeberechtigten Partners entführt wird.
Sorgerechtsstreit um Kinder?
Die Ermittler vermuten einen Sorgerechtsstreit innerhalb der Familie als Auslöser der Tat. „Es ist sehr wahrscheinlich im familiären Bereich passiert“, sagte Anna Gutt, Sprecherin der Polizei. Die Kinder sollen auch in der Großteil ihres Lebens bei der Mutter verbracht haben.
Es brauche derzeit jedenfalls niemand davon ausgehen, dass jemand fremde Kinder entführe, beruhigte Gutt. Erst Ende Jänner soll ein Unbekannter Kindern vor Schulen in Hietzing aufgelauert und diese angesprochen haben. Die Direktion informierte damals die Eltern schriftlich, auch die Polizei wurde über den Mann in Kenntnis gesetzt.
Im aktuellen Fall rund um die vermissten Brüder läuft die Fahndung jedenfalls auf Hochtouren, betonte man bei der Polizei. „Es ist auch eine Möglichkeit, dass sie sich ins Ausland abgesetzt haben, das wird derzeit auch ermittelt“, heißt es von der Exekutive.
Der Flughafen sowie die Einsatzkräfte an den Landesgrenzen seien über die Abgängigkeit informiert worden.
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