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Handelskai: Der Bahnhofsvorplatz ist fertig, die Meinungen geteilt

Der neu gestaltete Maria-Restituta-Platz soll für mehr Aufenthaltsqualität sorgen.
Der neugestaltete Radweg beim Bahnhof Wien Handelskai

Für viele Reisende beginnt Wien am Handelskai. Hier halten unter anderem S-Bahnen vom Flughafen, täglich passieren zudem Tausende Pendlerinnen und Pendler den Verkehrsknotenpunkt. „Bahnhofsvorplätze sind sozusagen die Eintrittstore zu einer Stadt“, so Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ)

Daher war es der Stadt Wien und den ÖBB ein besonderes Anliegen, den Maria-Restituta-Platz neu und vor allem einladender zu gestalten: mit mehr Grün, neuen Sitzmöglichkeiten, schattenspendenden Pergolen und einem baulich getrennten Radweg.

Mehr Grün, mehr Bäume

Insgesamt wurden rund 6.000 Quadratmeter entsiegelt, 13 Bäume gepflanzt und acht neue Grünflächen geschaffen. Zusätzlich sollen Sprühnebelanlagen an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. „Wir haben hier unser komplettes ,Raus aus dem Asphalt'-Programm angewendet“, sagte Sima.

Dass der Platz dennoch vergleichsweise stark verbaut wirkt, begründete sie mit den zahlreichen Anforderungen an den Verkehrsknotenpunkt. Jeder Bereich sei genau geplant worden. Zusätzliche Bäume oder Grünflächen seien laut Sima kaum möglich gewesen, da Sicherheitsaspekte sowie Zufahrten für Rettung, Feuerwehr und Lieferverkehr berücksichtigt werden mussten.

Mehr Grünflächen und Abkühlung

Für die ÖBB ist der neu gestaltete Platz Teil eines größeren Ansatzes. „Mobilität der Zukunft endet nicht an der Bahnsteigkante“, sagte Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG. Neben modernen Bahnverbindungen würden auch attraktive Aufenthaltsbereiche rund um die Bahnhöfe zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Schön aber nicht ideal

Nicht alle teilen jedoch die Begeisterung von Stadt und ÖBB. Während die Verantwortlichen die höhere Aufenthaltsqualität und die neue Gestaltung hervorheben, sehen einige der Menschen, die täglich am Platz arbeiten, die Veränderungen differenzierter.

Birgit S. und Natalie S. arbeiten seit mehreren Jahren in der Trafik direkt am Platz. „Die Arbeiten waren laut und anstrengend. Der ganze Baustellenstaub ist bei uns reingeweht“, erzählen sie. Mit dem Ergebnis sind sie nur teilweise zufrieden. „Natürlich sieht es schön aus, aber durch die Bänke direkt vor der Trafik kann uns jetzt jeder hineinsehen“, sagen die beiden.

Besonders störend sei für sie, dass sich vor allem alkoholisierte Personen häufig direkt vor dem Geschäft aufhalten würden. Das Problem sei durch die Neugestaltung aus ihrer Sicht nicht verschwunden, sondern lediglich näher an die Trafik gerückt.

Zusätzlicher Zugang zum Bahnhof Wien Handelskai

Nur ein Drittel der Kundschaft

Noch kritischer fällt die Bilanz eines Marktstandbetreibers aus. Früher befand sich sein Stand direkt beim Ausgang der U6, wo täglich zahlreiche Fahrgäste vorbeikamen. Im Zuge der Neugestaltung wurde er auf die andere Seite des Platzes unter die S-Bahn-Trasse verlegt. Dort sei die Frequenz deutlich geringer. „Wir haben nur noch etwa ein Drittel der Kundschaft von früher“, sagt er.

Die MA 19 verweist auf ein gemeinsam mit der MA 36 und dem Bezirk erarbeitetes Bewirtschaftungskonzept. Im Zuge der Neugestaltung seien die Verkaufsstände neu angeordnet worden. Alle bisherigen Betreiber hätten weiterhin einen Standort erhalten. 

Die Verlegung der ursprünglich unter der U-Bahn-Trasse befindlichen Stände sei unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Sicherheit und Stadtbild erfolgt.

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