Internationaler Goldbarren-Betrug: Polizei fasst Verdächtige nach 300.000-Euro-Coup
Die Wiener Polizei konnte einen internationalen Betrugsfall aufklären, bei dem ein österreichisches Brüderpaar um Gold im Wert von über 300.000 Euro gebracht wurde.
Die mutmaßlichen Täter sollen sich als internationale Geschäftsleute ausgegeben und den Ankauf von drei Kilogramm Gold vereinbart haben. Der Betrug, in der Fachsprache als "Rip-Deal" bezeichnet, ereignete sich Anfang November 2025 parallel in Wien und Mailand.
Während in einem Wiener Innenstadthotel die Übergabe der 15 Goldbarren stattfand, soll in Mailand bei der vermeintlichen Geldübergabe echtes Bargeld in mittlerer sechsstelliger Höhe kurz vor der Transaktion gegen Falschgeld ausgetauscht worden sein.
Internationale Zusammenarbeit führt zu Festnahmen
Nach intensiven Ermittlungen der "Rip-Deal Unit Vienna" des Landeskriminalamts Wien konnten in Zusammenarbeit mit EUROPOL sowie italienischen und spanischen Sonderermittlungsgruppen innerhalb von zwei Monaten drei der vier Tatverdächtigen identifiziert werden.
Am 12. Januar 2026 nahmen italienische Polizisten zwei Verdächtige im Alter von 29 und 32 Jahren nahe Turin fest. Beide besitzen die italienische Staatsbürgerschaft und stehen unter Verdacht, bereits in mehreren europäischen Ländern wegen Betrugs und Einbruchsdiebstählen vorbestraft zu sein. Ein weiterer namentlich bekannter 21-jähriger Tatverdächtiger mit italienischer Staatsbürgerschaft ist derzeit flüchtig.
4. Verdächtiger gesucht
Die Identität und der Aufenthaltsort eines vierten mutmaßlichen Täters sind den Behörden bislang unbekannt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien bittet die Polizei um Mithilfe bei der Ausforschung dieser Person und hat Lichtbilder des Tatverdächtigen veröffentlicht (siehe Fotos im Beitrag).
Hinweise werden vertraulich behandelt und können auch anonym an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01 31310 62510 gerichtet werden. Die "Rip-Deal Unit Vienna", die seit 2020 besteht, gilt mit einer Aufklärungsquote von 80 Prozent als europaweit führend in der Bekämpfung dieser speziellen Form der organisierten Kriminalität.
Die Ermittler warnen, dass solche Betrugsfälle meist von Familienclans aus der Westbalkanregion begangen werden, die sich als wohlhabende Geschäftsleute ausgeben und ihre Opfer oft ins Ausland locken.
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