Swipen statt Suchen: Wohin Essen gehen?
Ob ein Date, ein Familienessen oder ein Abend mit Freunden – gemeinsam Essen gehen gestaltet sich manchmal schwieriger als gedacht. Unterschiedliche Geschmäcker oder Ernährungsweisen machen die Entscheidung oft zur Geduldsprobe.
Auch in Wien stellen über 8.000 Gastrobetriebe eine große Auswahl dar. Das dachte sich auch der 27-jährige Dominik Ager, nachdem sich seine Freundesgruppe sowohl im Inland als auch im Urlaub beim Abendessen immer wieder aufteilen musste. „Wir haben uns extrem schwergetan, ein passendes Restaurant zu finden.“ Unterschiedliche Anforderungen, von halal bis vegan, erschwerten die Auswahl.
Bilder swipen
Gemeinsam mit einem Freund, Nico Stark, entwickelte Ager daraufhin eine die App „Swipe in“, die Restaurant-Suche neu denkt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Text, sondern Bilder – ähnlich wie bei Instagram.
Die einzelnen Restaurants und Bilder werden mit einem Algorithmus von Google in die App gezogen, wo sie dann abrufbar sind. Restaurants können auch ihr Profil bearbeiten und zum Beispiel Speisekarten hochladen, erklärt Ager. Nutzer „swipen“ sich dann durch Vorschläge basierend auf Bildern und persönlichen Vorlieben.
Sie können ihre Ernährungsweise im Profil hinterlegen, personalisierte Vorschläge erhalten und Wunschlisten erstellen. Diese lassen sich auch mit Freunden teilen. „So kann man Restaurants sammeln und gemeinsam entscheiden“, erklärt Ager.
Bewertung mit Emojis
Ein zentraler Gedanke ist die Unterstützung innerhalb der App-Community: „Wenn jemand ein Restaurant bewertet, das zum Beispiel halal ist, aber auch vegane oder glutenfreie Optionen hat, hilft das automatisch anderen weiter“. Ziel sei es dadurch Inspiration zu bieten und spezielle Ernährungsweisen, wie glutenfrei, zu unterstützen.
Empfehlungen der Restaurants erfolgen aber nicht über textbasierte Kommentare, wie zum Beispiel bei Google Rezensionen, sondern Emojis, denn dadurch „sollen Sprachbarrieren vermieden werden.“
Die Entwicklung dauerte rund eineinhalb Jahre, seit November ist sie in der aktuellen Form kostenlos verfügbar. Finanziert wurde das Projekt aus Eigenmitteln, Einnahmen generiert das zweiköpfige Team über die App, die bereits zwischen 10.000 und 20.000 Nutzer täglich verzeichnet.
Derzeit liegt der Fokus auf Wien, wo bereits 2.465 Gastrobetriebe in der App vertreten sind, und Österreich. Aber auch für die DACH-Region und Italien werden Nutzer fündig. Langfristig soll die App noch stärker auf unterschiedliche Ernährungsformen eingehen.
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