Figlmüller, Demel & Co.: So gut soll die Gastro am Flughafen Wien werden
Der Terminal 3 am Flughafen Wien wird um 420 Mio. Euro ausgebaut. Vergrößert wird vor allem das gastronomische Angebot. Der KURIER konnte bereits vorab ein paar Namen der Gastronomen in Erfahrung bringen, nun ist die Liste offiziell.
Präsentiert wurden die Betriebe am Dienstag im Rathaus von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger. Die gemeinsame Botschaft: Das gastronomische Angebot soll nicht nur größer, sondern auch besser werden.
Statt auf die immer selben Ketten setzt man auf heimische Traditionsbetriebe und Top-Gastronomen. Wien am Flughafen stark zu positionieren, funktioniere laut Ludwig freilich auch über Kunst und Kultur: „Aber vor allem auch über den Magen und den Bauch. Ich weiß, wovon ich spreche.“
Schnitzel für die Heimreise
Die Süderweiterung umfasst insgesamt 70.000 Quadratmeter, eröffnet werden soll im zweiten Quartal 2027. Auf 10.000 Quadratmetern entstehen 30 neue Geschäftsflächen, in 14 davon ziehen gastronomische Projekte, großteils betrieben von den Franchisenehmern „SSP Österreich“ und Lagardère.
Mit dem Demel ist eines von Wiens bekanntesten Kaffeehäusern mit an Bord. Betrieben wird es von „Do&Co“, das bereits seit 2012 mit anderen Marken am Flughafen präsent sind. Neben der Kaiserschmarrnstation gibt es auch eine Bar.
Zukünftiger Nachbar wird das Figlmüller, ebenfalls inklusive großzügiger Bar. Mit 700 Quadratmetern wird es das größte Restaurant unter den Neuzugängen sein und Ausblick auf das Flugfeld bieten.
Laut den Brüdern Hans und Thomas Figlmüller, die den Betrieb in vierter Generation führen, habe man seit Jahren mit der Franchiseidee gespielt. Am Flughafen wage man den ersten Schritt raus aus Wien: „Und Reisende, die bei uns vielleicht keinen Tisch bekommen haben, können auf der Heimreise doch noch ein Schnitzel essen.“
Die zweite Kaffeehauslegende: Das Landmann wird von Familie Querfeld geführt.
Nächster namhafter Ableger: Das Landtmann Daily für eine Melange zum Kipferl und Apfelstrudel oder ein Gulasch mit einem Glas Bier. Im Kaffeehaus integriert wird auch eine Brot- und Sandwich-Station der Bäckerei Öfferl.
Gehyptes Sushi und Cocktails wie an der Hotelbar
Fix und nicht mehr nur ein Gerücht ist nun auch die Eröffnung eines Mochi-Ablegers. Die Lokale für asiatische Fusionsküche sind nicht traditionell, aber fast schon Kult und definitiv ein Hype. Eröffnen wird auf 110 Quadratmetern ein Ableger des o.m.k.-Deli für Sushi, Ramen-Kits und andere hausgemachte Produkte.
Es braucht eine richtige Bar. Flughäfen sind wie ein Hotelkomplex, wo man sich an der Bar trifft.
Tür 7
Als „kleinster“ Betrieb im Vergleich zu den anderen, aber nicht weniger erfolgreich, wagt sich Geri Tsai mit der Tür 7 auf den Flughafen. Seine Speakeasy-Bar zählt zu den besten der Stadt, der Standort am Flughafen wird „Viennity“ heißen. „Es braucht hier eine richtige Bar. Flughäfen sind wie ein Hotelkomplex, wo man sich an der Bar trifft“, sagt Tsai.
Luft nach oben
Das Risiko, die hohe Qualität und das gute Service beim enormen Gästeaufkommen eines Flughafens nicht halten zu können, hält sich laut Tsai in Grenzen: „Das kann ich garantieren. Es ist egal, ob man etwas für 1.000 oder für drei Leute macht. Mit der richtigen Einschulung des Personals geht das. Am Flughafen ist bei der Qualität Luft nach oben, und diesen Platz beanspruchen wir für uns.“
Echte neapolitanische Pizza wird es im sogenannten Foodcourt bei Barbaro All’aeroporto, einem Konzept der Familie Barbaro, geben. In Wien betreibt die Familie unter anderem das „Regina Margherita“ und die Trattoria Martinelli, die ebenfalls zu den besten der Stadt zählen.
Die Familie Molcho weitet ihr Imperium aus bereits neun bestehenden Standorten mit dem neuen Konzept Neni Deli aus. Auf der Karte sollen Klassiker für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Marktteller und Salate stehen.
Und weil es nicht ganz ohne Ketten geht und auch diese durchaus ihre Berechtigung haben, eröffnen außerdem zusätzliche Filialen von Burger King, Starbucks, Aida, Henry, Veganista und der Juice Factory.
Kommentare