© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Wien
08/29/2019

Für den Life Ball 2020 wird es knapp

Fortführung des Fests ist ungewiss. Auch die weitere Zukunft ist unklar. Das Ballkomittee wurde bereits aufgelöst.

von Anna-Maria Bauer

Eine fulminante Eröffnungsshows, Stars wie Dita von Teese oder Katie Holmes und tränenreiche Reden.

"Abschied zu nehmen, ist keine leichte Sache", sagte Gery Keszler am Abend des 8. Juli. Beim 26. Life Ball. Jener, der  der letzte von Gery Keszler sein sollte.

Probleme mit Spendern und Sponsoren würde eine Fortführung des Life Balls unmöglich machen, hatte er im Frühling erklärt.

Das wollte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) damals nicht zu lassen. Am Abend des letzten Life Balls bekräftigte er daher: "Ich bin sicher, ich bin ganz sicher. Die Idee des Life Ball muss weiter bestehen."

Kein Kontakt

Doch so sicher scheint es nun doch nicht. Wie der ORF berichtet, hat sich Wiens Bürgermeister in den vergangenen mehr als drei Monaten nicht bei den ehemaligen Veranstaltern gemeldet.

Dass sich das Event damit noch kommendes Frühjahr realisieren lässt, sei unrealistisch: "Wir haben am Tag nach dem Life Ball begonnen, den nächsten zu planen", heißt es aus vom ehemaligen Organisationsteam.  Tatsächlich wurde das ehemalige Ballkomitee auch bereits aufgelöst.

"Realisierung möglich"

Im Büro von Bürgermeister Michael Ludwig ist man dennoch weiter zuversichtlich, dass der Life Ball in neuer Form weiterleben kann. "Es laufen Gespräche", sagt ein Sprecher. Allerdings nicht mit dem vormaligen Organisationsteam. Es hätten sich aber Einzelpersonen und Gruppen mit  Ideen und Vorschlägen gemeldet.

Klar sei für die Stadt: Man werde das Fest nicht selbst organisieren, aber gerne wieder als Partner zur Verfügung stehen.

Und: "Es gibt keinen Zeitdruck. Das neue Kapitel des Life Balls - wie auch immer das aussehen kann - muss nicht kommendes Frühjahr weitergehen."

Soll das Fest aber weiter Life Ball heißen, denn die Markenrechte liegen ja bei Life-Ball-Mastermind Gery Keszler?

Darüber mache man sich noch keine Gedanken, heißt es seitens der Stadt: "Es geht ja darum, die Idee dieses Festes fortzuführen." Nicht unbedingt den Namen.

Zukunft des Vereins ungewiss

Und wie sieht es mit Verein Life+ aus, der das Großevent veranstaltet hat?

Zu Spitzenzeiten, also in der Zeit rund um den Ball, waren immerhin bis zu 25 Mitarbeiter angestellt. Davon gibt es nur mehr drei, sowie sechs ehrenamtliche Vorstände. Diese sind nun damit betraut, das Geschäftsjahr abzuschließen.

Wie es danach weitergehe, könne man nicht sagen, sagt eine Sprecherin: "Aber wenn der Verein seine Aufgabe, Fundraising zu betreiben, nicht erfüllen kann, gibt es eigentlich keine Aufgabe mehr für ihn."