Chronik | Wien
28.06.2018

Floridsdorf: Wo die Wiener zum Heurigen gehen

Auch junge Betriebe siedeln sich in der Stammersdorfer Kellergasse an. Buschenschanken sind jetzt rauchfrei

Wo Kopfsteinpflaster dem Asphalt weicht und statt Hochhäusern kleine Weinhäuser den Weg säumen – da liegt Stammersdorf, das Dorf in der Großstadt. Mit einer Gesamtfläche von 200 Hektar und 190 Hektar Weinanbaufläche ist es Wiens größter Weinort.

„Wenn S’ wissen wollen, wo die Wiener sitzen, dann gehen S’ net nach Grinzing, sondern nach Stammersdorf.“ Das, erzählt Leopold Klager, Obmann der Stammersdorfer Winzer, werde den Touristen geraten, wenn sie nach dem „echten Wiener Heurigen“ suchen. Denn Stammersdorf ist der Heurigenort der Wiener. „Wir heißen auch Touristen willkommen, aber nicht in Form von Bussen“, sagt Klager. Sanfter Tourismus – das ist das Zauberwort.

Bummelzug

Dafür steht den Besuchern seit dem Vorjahr der Stammersdorfer Heurigen-Express zur Verfügung. Ein Bummelzug, der an den Wochenenden von der Stammersdorfer Ortsmitte über die Kellergasse zum Sender-Parkplatz am Bisamberg fährt, dort umdreht und bis zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 26 nach Strebersdorf fährt.

20 bis 25 Weinbaubetriebe und Buschenschenken gibt es in Stammersdorf, in den vergangenen Jahren sind einige neue dazugekommen.

„Es ist momentan hipp, einen Weingarten zu pachten und sich zu verwirklichen“, sagt Klager. Aufgesperrt haben etwa der Biohof Nr. 5 oder das Presshaus Stammersdorf. Darauf, dass in Stammersdorf „auch aufgesperrt“ wird und Betriebe nicht nur schließen, wie das anderswo ja oft der Fall ist, ist Klager besonders stolz.

Mit 1. Mai stellten auch einige Buschenschenken auf Nichtraucher um, darunter die bekannte Buschenschank Matuska: „Wir haben uns freiwillig dazu entschlossen – dem heutigen Zeitgeist entsprechend und dem Genuss zuliebe“, betont Klager.