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Chronik Wien

Fehler bei E-Medikation: Falsche Einnahmeempfehlung auf Rezept

"Kein Fall bekannt, in dem falsche Einnahmeempfehlung an Patienten weitergegeben wurde".

10/18/2021, 10:41 AM

Durch eine Panne bei der E-Medikation als Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA soll es laut einem Bericht der Krone zu falschen Angaben auf Rezepten gekommen sein. Betroffene Patienten und √Ąrzte seien von Apotheker- und √Ąrztekammer kontaktiert worden, best√§tigte das Gesundheitsministerium auf APA-Anfrage. Zur Zeit sei kein Fall bekannt, in dem die falsch angezeigte Einnahmeempfehlung tats√§chlich an Patienten weitergegeben worden ist, betonte die Apothekerkammer.

"Apotheken bedienen sich privater Softwareprodukte. Bei einem dieser Softwareanbieter kam es aufgrund eines Fehlers in der eingesetzten Software zu einer von der √§rztlichen Verordnung abweichenden Anzeige einer Dosierungsinformation", hie√ü es in einer Stellungnahme von Apotheker- und √Ąrztekammer, dem Dachverband der Sozialversicherungstr√§ger, der ELGA GmbH und der Pharmazeutischen Gehaltskasse.

"Kein Fehler"

Es gehe nach bisherigen Erkenntnissen um 33 von rund 1.400 Apotheken in √Ėsterreich, mit Schwerpunkt Wien. "Von dem Fehler sind aktuell rund 1.000 Patientinnen und Patienten betroffen", hie√ü es zur APA. "Die Apothekerinnen und Apotheker stehen pers√∂nlich in Kontakt mit allen betroffenen Patientinnen und Patienten sowie den verschreibenden √Ąrztinnen und √Ąrzten, um die Medikation auf Richtigkeit zu kontrollieren."

Es liege kein Fehler in der zentralen Anwendung der E-Medikation vor. Die ver√§nderte Einnahmeempfehlung werde auch in der Abgabeinformation in E-Medikation gespeichert. Damit nachfolgend behandelnde √Ąrztinnen und √Ąrzte bei einer n√§chsten Verordnung nicht auf diese falsche Einnahmeregelung zur√ľckgreifen und irrt√ľmlich √ľbernehmen, wurden die niedergelassenen Mediziner √ľber den Software-Fehler informiert.

Update der Software

Aufgefallen sei der Fehler "durch die aufmerksame Kontrolle und enge Zusammenarbeit einer √Ąrztin und einer Apothekerin in Wien", so die Systempartner. "Bei allen 33 Apotheken, bei denen diese Software im Einsatz ist, wurde unverz√ľglich ein Update eingespielt, um den technischen Fehler zu beheben." Zudem wurde vom Hersteller ein Sicherheits-Monitoring-System installiert, das t√§glich Analysen der Datenkonsistenz durchf√ľhre und etwaige Fehler umgehend identifizieren k√∂nne. "In allen anderen rund 1.370 Apotheken funktionieren die Software-Programme alle einwandfrei", wurde betont.

Das Gesundheitsministerium sei informiert. Apotheker- und √Ąrztekammer, ELGA GmbH, der Dachverband der Sozialversicherungstr√§ger und die Softwarefirma "sind dran, dies umfassend aufzukl√§ren", hie√ü es auf APA-Anfrage auch aus dem Ressort von Minister Wolfgang M√ľckstein (Gr√ľne).

Analyse

Die Krone zitierte den steirischen √Ąrztekammer-Vizepr√§sident Dietmar Bayer: "Bis jetzt ist es in 60 F√§llen zu einer gef√§hrlichen Falschdosierung gekommen. Wir hoffen, dass niemand zu Schaden gekommen ist." Es sei nicht bekannt, wann der Fehler begonnen hat. "Dazu muss eine forensische Analyse von einem Gutachter gemacht werden." "Zur Zeit ist kein Fall bekannt, in dem die von der Software falsch angezeigte Einnahmeempfehlung im Zuge der Arzneimittelabgabe tats√§chlich an eine Patientin oder einen Patienten weitergegeben worden ist", so das Statement der Systempartner.

Von √Ąrzten verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel sind in der E-Medikation gespeichert. √úber einen auf dem Rezept aufgedruckten Code werden in der Apotheke die Verordnungen abgerufen.

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