Faber-Abgang fix: Erzbischof bestätigt Pensionierung des Dompfarrers
Josef Grünwidl und Toni Faber im Stephansdom.
Es war die Firmung, die Dompfarrer Toni Faber und Erzbischof Josef Grünwidl nach fast 40 Jahren wieder gemeinsam in den Stephansdom gebracht hat.
Am 29. Juni 1988 wurden sie am gleichen Tag vom damaligen Kardinal Franz König zum Priester geweiht. Heute hat Erzbischof Grünwidl vor der Firmung bestätigt: "Toni Faber hat meinem Wunsch entsprochen, dass ich nach seinem 30-jährigen Jubiläum als Dompfarrer mir Gedanken über einen neuen Dompfarrer machen kann."
Denn man sei "in guten Gesprächen" übereingekommen, dass Toni Faber im Juli 2027, nach Erreichen des 65. Geburtstages, diesen so wichtigen Posten für die Erzdiözese Wien freimachen werde.
"Mehrere Gründe, um über Abgang nachzudenken"
Es habe mehrere Gründe gegeben, über einen Wechsel in der Dompfarre nachzudenken, wollte sich Grünwidl nicht auf Diskussionen zu Fabers Lebenswandel und mancher Kritik daran einlassen. Vielmehr sei es Usus, sich mit Erreichen des 65. Lebensjahres an den Vorgesetzten mit Gesprächen über die Zukunft zu wenden. Was hiermit erfolgt sei.
Niemand habe dieses Amt so lange ausgeführt, wie Toni Faber, meint Grünwidl, dass ein Wechsel auch aus diesem Grund sinnvoll sei: "Da hat Toni Faber schon einen Rekord aufgestellt."
Faber soll jedenfalls weiter als Seelsorger am Stephansplatz wirken, versichert Grünwidl im Mittagsjournal, weil er dessen Dienst sehr schätze. Auch wenn "wir nicht die dicksten Freunde sind", wie Grünwidl eingangs schmunzelte.
"Bleibe Priester mit Leib und Seele"
Faber selbst will "mit Leib und Seele Priester" bleiben, das sei in seiner DNA eingeschrieben. Gegenüber dem Kurier hatte der schon durchklingen lassen, sich weiterhin in der Citypastoral zu betätigen: "So eine vermittelnde Brückenfunktion zwischen Kirche, Glaube, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst, Kultur einzubringen, das macht mir die größte Freude. Und das im Dienst am Menschen, da gibt es ein großes Spielfeld, ein große Betätigung. Ich fürchte mich nicht vor einem Pensionsschock."
Er glaube, als Dompfarrer gezeigt zu haben, was möglich ist und wünsche seinem Nachfolger alles Gute.
Erzbischof Grünwidl und Firmlinge im Stephansdorm.
Angesichts der Thematik zwischen Grünwidl und Faber geht fast unter, dass die beiden Geistlichen gemeinsam 19 Personen gefirmt haben. Grünwidl selbst hat sich auch – auf Initiative seines Firmpatens – im Stephansdom firmen lassen, begibt er sich mit den Firmlingen bei seiner ersten Firmung als Erzbischof auf Augenhöhe.
Keine Massenfirmungen mehr
In seiner Zeit sei das noch eine „Massenfirmung“ gewesen, erinnert er sich, mit 300 oder 400 Firmlingen: „Jetzt können wir das im kleineren Kreis auch persönlich machen.“
Mit dem Sprichwort von Bertold Brecht, „Zu Pfingsten, zu Pfingsten, sind die Geschenke am Geringsten, während Ostern und Weihnachten etwas einbrachten“, brachte Grünwidl gleich ein Schmunzeln in die Gesichter der Firmkandidatinnen und -kandidaten.
"Du bist wer, du kannst was!"
Er sei zwar überzeugt, dass es heute noch ausreichend Geschenke geben werde, ihm gehe es aber um das Geschenk des Heiligen Geistes. Denn das bedeute etwa: „Du bist wer, du kannst was und du bist wichtig.“
Er weist auf die einzelnen Talente jedes und jeder Einzelnen. „Der Heilige Geist ist ein Mutmacher“, versichert Grünwidl, „der hilft, seine eigenen Stärken zu entdecken.“ Und er appellierte in der Predigt, diese für das Miteinander einzusetzen, in der Kirche und in der Gesellschaft.
Im Zeichen des Kreuzes
Firmung habe auch etwas mit Zukunft zu tun, freute sich der Erzbischof über viele junge Menschen in der Kirche, die sonst „spärlich bei unseren Messen anzutreffen sind“.
Danach lenkte er den Blick auf die Kreuze im Dom, die seit der Fastenzeit hängen - auf die nicht unumstrittene Ausstellung von Arnulf Rainer. „Das Kreuz ist in seiner einfachsten Form ein Plus. Die Firmung ist das große Plus für dein Leben“, sprach er den jungen Menschen Mut zu.
"Eltern beginnen, schwierig zu werden"
Christsein heiße, nicht sich selbst, sondern das Miteinander in den Mittelpunkt zu stellen – das werde in der Firmung gestärkt. „Das ist gar nicht so einfach, ihr seid in einem Alter, in dem die Eltern beginnen schwierig zu werden“, holte der die jungen Menschen erneut in deren Lebensrealitäten ab.
Das Miteinander werde in vielen Bereichen gerade in dieser Zeit zu einer großen Herausforderung: „Höre nie auf, auf andere Menschen zuzugehen. Denn Spaltung, Streit und Gräben gibt es in unserer Gesellschaft mehr als genug.“
Er appellierte, auf die eigene Stimme und das Gewissen zu hören und danach zu handeln. Ein gutes Miteinander gelinge, wenn wir „die Hände ausstrecken“, wie im Querbalken des Kreuzes symbolisiert – gepaart mit der Verbindung nach oben, die mit dem Längsbalken ausgedrückt werde. Dann spendeten Grünwidl und Faber gemeinsam das Sakrament der Firmung.
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