Grüner Rasen auf Beton: Demo für Westbahnpark

Das Westbahnareal sorgt seit Jahren für Diskussionen. Am Freitag protestierten die Grünen, um auf den "Westbahnpark" aufmerksam zu machen.
Mehrere Menschen halten ein langes Transparent mit der Aufschrift „WESTBAHNPARK? ABER RICHTIG!“ auf einer Straße.

„Die Ampel ist Rot, los gehts“, wird in eine Traube Menschen gerufen. Kurzum werden inmitten des Frühverkehrs einige Meter Rollrasen verlegt und der asphaltierte Zebrastreifen der Felberstraße vor der Schmelzbrücke von grünem Kunstgras bedeckt. Darauf platzieren sich Mitglieder der Grünen Rudolfsheim-Fünfhaus mit einem zehn Meter langen Banner, bis die Ampelphase wieder auf Rot umschlägt.

Das Ziel der Protestaktion wird auf dem Transparent verraten: “Westbahnpark? Aber richtig.“ Befürchtet wird seitens der Demonstrierenden nämlich, dass auf dem Areal kein Park verwirklicht wird. „Während hinter verschlossenen Türen über die Zukunft des Westbahngeländes entschieden wird, droht die Idee eines echten Westbahnparks endgültig begraben zu werden“, kritisieren die Grünen.

Vermessung notwendig

Das Westbahnareal im 15. Bezirk beschäftigt bekanntlich schon seit Jahren sowohl die Stadtpolitik als auch Bürgerinitiativen. Auf der Fläche ist ein „Landschaftspark“ geplant. Das in der Vergangenheit präsentierte Grundkonzept von der Stadt und den ÖBB sah eine terrassenartige Umsetzung vor.

„Hochhäuser, Parkgaragen und ein Logistikzentrum sollen mit einem Rasendach behübscht werden. Eine natürliche Parkfläche sieht anders aus“, so Haroun Moalla, Bezirksvertreter-Stellvertreter (Grüne) im 15. Bezirk. Angesicht der Pläne fürchtet die Opposition zudem eine Beeinträchtigung der Kaltluftschneise: „Zu hohe Gebäude drohen die Versorgung der Stadt mit kühler Luft aus dem Wienerwald zu kappen“, sagt Kilian Stark, Grüner Stadtplanungssprecher. Gefordert wird deshalb eine genaue Vermessung des Kaltluftstroms in die Innenstadt. Ein entsprechender Antrag im Gemeinderat wird folgen.

Menschen halten ein Banner mit der Aufschrift „Westbahnpark? Aber richtig!“ auf einem Zebrastreifen.

Noch kein Bauvorhaben

Das Westbahnpark-Projekt befindet sich immer noch in Kinderschuhen, ein konkretes Bebauungs- oder Gestaltungskonzept existiert derzeit noch nicht. „Die Neugestaltung des Areals bedarf einer Adaptierung der Flächenwidmung, derzeit steht kein Bauvorhaben im Raum“, heißt es aus dem Büro von Bezirkschef Dietmar Baurecht (SPÖ). Eine Umsetzung sei erst ab 2030 realistisch.

Bis dahin gebe es zudem noch Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, wie auch die Opposition, sich im Planungsprozess zu beteiligen. Aktuell sehen die Grünen diesbezüglich Verbesserungsbedarf: Ein Ansuchen auf Bürgerversammlung im Jahr 2025 habe der Bezirksvorsteher verweigert, er fühle sich für das Bauvorhaben in seinem Bezirk nicht zuständig. Eine Beschwerde bei der Volksanwaltschaft werde eingereicht.

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