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Chronik Wien
03/08/2021

Das Rätsel um die neue begrünte Fassade beim Wiener Westbahnhof

Das Haus am Mariahilfer Gürtel 39-41 wurde so üppig bepflanzt, dass sogar die Fenster verschwunden sind. Was es mit der kurios anmutenden Aktion auf sich hat.

von Stefanie Rachbauer

Am Wochenende war noch ein Stück der Fassade zu sehen, gestern war die Front des Hauses bereits verschwunden: Hinter Rasen aus Plastik und unzähligen lebenden Pflanzen – nicht einmal die Fenster waren mehr zu sehen.

Und morgen, Dienstag, wird die Gebäude-Begrünung an der Kreuzung von äußerer Mariahilfer Straße und Mariahilfer Gürtel fertig sein. Dann soll auch erkennbar sein, was hinter der Aktion steckt.

Exakt 1.167 Quadratmeter misst die grüne Fläche auf dem Gebäude. Bepflanzt wurde sie vor allem mit Primeln, Bambus und Hängeefeu: Die Pflanzen schauen durch Aussparungen in der Kunstrasen-Verkleidung auf die Straße hinaus.

Befestigt ist die Konstruktion an einem Gerüst, mit dem das Haus derzeit eingefasst ist. „Unten werden wahrscheinlich noch Thujen aufgestellt“, sagt Bernhard Redl von der Mediaagentur Mediaplus im Gespräch mit dem KURIER.

Auflösung am Nachmittag

Er ist einer der wenigen, der die genaue Idee hinter der Begrünung kennt. Redl hat das Gerüst von der auf Großflächenwerbung spezialisierten Firma Wedia für einen Kunden gebucht. Es geht also um Werbung.

Wer da in prominenter Lage so aufwendig wirbt, verrät Redl noch nicht. Das Geheimnis wird voraussichtlich morgen gelüftet: Der Markenname soll ab dem Nachmittag zu sehen sein.

Gearbeitet wird an der grünen Hülle seit Anfang März. Bleiben soll sie mindestens ein Monat.

Das hängt letztlich auch davon ab, wann genau die Grazer „G + F Mariahilfer Straße 127a Immobilien GmbH“ – ihres Zeichens Eigentümerin des Gebäudes – ihre Pläne vorantreiben wird.

Hotel für Städtetouris

Derzeit steht das Haus leer, bald soll dort aber ein Hotel einziehen. „Wir arbeiten bereits an den Ausschreibungen, der Umbau könnte schon im nächsten Quartal starten“, sagt Michael Fleissner von der Eigentümer-Gesellschaft.

Die Fassade (nicht die begrünte, sondern die verputzte) werde man erhalten, im Inneren müsse saniert werden. Geplant sind 141 Zimmer und eine Bar.

Ansprechen will man damit Städtetouristen. Ein Betreiber sei bereits gefunden, derzeit suche man noch einen Investor: „Das ist momentan natürlich etwas schwierig.“

Die Chance, dass die Primeln, der Bambus und der Efeu den Frühling überdauern, ist also intakt.

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