Aus für 'Dreh & Drink'? Buschenschank am Bisamberg kämpft um Quadratmeter

Bisamberg Dreh und Drink Heuriger
Kein Ergebnis hat die Behandlung der Forderungen nach einer passenden Flächenwidmung zum Erhalt einer Buschenschank gebracht. Der Besitzer hofft weiter.

512 Unterschriften hat die Petition zum „Erhalt des beliebten Buschenschanks Dreh & Drink“ am Bisamberg gesammelt. Diese Woche wurde das Anliegen im Petitionsausschuss behandelt. Konkret geht es darum, den – derzeit illegalen – Ausschank der Wiener Weinbauern Brigitte und Michael Svec zu legalisieren.

Svec darf als Weinbauer in seinen Weingärten Gäste verköstigen. Allerdings nur in einer gewissen Größe und Ausprägung. Daran hat er sich – um Gäste besser bewirten zu können – nicht gehalten und den Buschenschank mit kleiner Küche erweitert. 22 Quadratmeter misst das Areal, um das es geht und für das Svec die entsprechende Widmung brauchen würde.

Stadt gegen Widmung

Derzeit gibt es einen Abrissbescheid für die Zubauten. Seit Jahren bezahlt Svec Strafen, weil er der Aufforderung nicht nachkommt. Einmal 5.000 Euro, einmal rund 3.000 Euro, auf die Strafe für das Jahr 2025 wartet er noch – wobei er darauf hofft, dass durch die Petition auch die Strafe betreffend Aufschub gewährt wird.

Die Petition hat Harald Kosobud eingebracht, er legte dar, dass die Petition nicht nur den konkreten Betrieb, sondern auch die generelle Diskrepanz zwischen Buschenschankverordnung und Flächenwidmung sowie Naturschutzgesetz betreffe.

SPÖ-Stadträtin Ulli Sima – zuständig für Stadtentwicklung – spricht sich explizit gegen die Widmung aus: „Eine großflächige Aufweitung der Ermöglichung von Buschenschanken am Bisamberg wird nicht empfohlen, weil dies auch zu einer vermehrten Verhüttelung führen könnte.“ Eine Widmung nur für „Dreh & Drink“ wäre eine Ungleichbehandlung.

Keine Verhüttelung

Hier hakt Svec mit dem Verweis auf geänderte Ausschankzeiten für Buschenschanken ein: Seit es erlaubt ist, von Februar bis November offen halten zu dürfen, könne das ohne Infrastruktur wie seine gar nicht bewerkstelligt werden. Und das gelte, so Svec, für alle kleinen Buschenschanken am Bisamberg.

Darüber hinaus versichert er, volles Verständnis dafür zu haben, dass die Stadt keiner Verhüttelung der Weingärten Vorschub leisten wolle. „Das Problem dabei sind aber nicht wir, sondern Umwidmungen für Wohnbauten“, kritisiert er und verweist auf die Entwicklung der Buschenschanken: „In Strebersdorf hat es früher 20 gegeben, jetzt gibt es nur mehr einen.“

Gerade erst habe ein Betrieb am Bisamberg wieder geschlossen, weiß Svec, der dieses Schicksal seinem Betrieb ersparen möchte. „Wir hoffen, dass wir gehört werden“, sagt der Weinbauer, der ohne Ergebnis aus dem Ausschuss heimgehen musste, erst Ende Jänner werden die Empfehlungen an den Gemeinderat beschlossen.

Die vorliegenden Stellungnahmen von Umweltanwalt, Umweltstadtrat, Bezirksvorstehung und Neos haben sich jedenfalls bereits gegen die geforderte Flächenwidmung ausgesprochen, KPÖ, FPÖ und ÖVP (jeweils Floridsdorf) haben in ihren Stellungnahmen hingegen die anlassbezogene Flächenwidmung befürwortet.

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