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Chronik Wien
04/12/2019

Bittere Pleite eines bekannten Wiener Restaurantbetreibers

Ursache sind hohe Mietzinsnachforderungen und Streit wegen Beeinträchtigung der Räumlichkeiten.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

„Aufgrund von massiven Wassereintritten bzw. Eintritten von Fäkalien und Urin in den vorgenannten Räumlichkeiten sowie aufgrund einer unklaren Situation in Hinblick auf unsere rechtliche Stellung als Mieter von Teilen der vorgenannten Räumlichkeiten, war es uns in den Folgejahren nicht möglich, die Renovierung durchzuführen und das von uns geplante Gastronomieprojekt zu verwirklichen Schließlich kündigten wir die angemieteten Flächen auf“, heißt es im Insolvenzantrag. „Wir gestehen das Vorliegen der Insolvenzvoraussetzungen zu. Wir sind zahlungsunfähig und haben unsere Zahlungen eingestellt. Wir erklären schon jetzt, dass wir einem Schließungsantrag des Insolvenzverwalters zustimmen werden. Eine Sanierung ist nicht beabsichtigt.“

Die Eigentümer

Laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform hat die Vincent Restaurantbetriebs GmbH um die Geschäftsführer Bernhard Schmidt und Andreas Horner ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien beantragt. Eigentümerin der GmbH ist die Delicion GmbH. Als Masseverwalter wurde der renommierte Sanierungsanwalt und Insolvenzexperte Norbert Abel bestellt.

Die Räumlichkeiten wurden im Jahr 2016 angemietet. Der Vermieter der Räumlichkeiten in der Großen Pfarrgasse 7/Großen Sperlgasse 37 im zweiten Wiener Gemeindebezirk soll trotz der Unbrauchbarkeit der Räumlichkeiten den Mietzins in voller Höhe gefordert und eine Mietzinsklage die GmbH eingebracht haben.

Hohe Nachzahlung

Daher kam es zu einem Zivilprozess vor dem Bezirksgericht Leopoldstadt. Dabei soll ein Teil der eingeklagten Mietzinsforderung des Vermieters abgewehrt worden sein, aber das Urteil fiel dennoch nachteilig aus. Mit Ende Jänner 2019 wurden 62.700 Mietzins samt 6000 Euro Prozesskosten fällig.

Die Verbindlichkeiten werden mit 94.100 Euro beziffert, davon entfallen 87.200 Euro auf Lieferanten. Das Vermögen wird mit 20.600 Euro beziffert, davon entfallen 5500 Euro auf die Betriebsausstattung und 7100 Euro auf Anlagen im Bau. Das Umlaufvermögen wird mit 7400 Euro beziffert.

626.000 Euro Bilanzverlust

Interessanterweise wird im Bilanzauszug für das Geschäftsjahr 2017 der Bilanzverlust mit 626.100 Euro beziffert und der Verlustvortrag aus den Vorjahren mit 601.100 Euro. Aufgrund von Gewinnrücklagen betrug das positive Eigenkapital aber rund 27.000 Euro, nach 52.000 Euro im Jahr 2016.

Schon zweite Pleite

Dazu muss man wissen, dass schon der Vorgänger-Betreiber im Jahr 2014 mit 1,1 Millionen Euro Schulden und 80.000 Euro Aktiva in die Pleite geschlittert war. Damals hatte das Restaurant sogar noch drei Hauben.

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