Stadt Wien plant vier Bahnhofsplätze neu zu gestalten
Und Franziska Trautmann
Am Nelson-Mandela-Platz weht der Baustellenstaub über den Beton. Bis auf ein paar Bagger ist nicht viel los. Vereinzelt steigen Menschen aus der Schnellbahn, wechseln zur Straßenbahn oder zum Bus. Der Vorplatz der Station in Aspern Nord ist derzeit eine große Baustelle – kein Ort, an dem man lange verweilen möchte.
Künftig soll sich das ändern. Die SPÖ hat im Rahmen ihrer Klubklausur angekündigt, vier Bahnhofsvorplätze neu zu gestalten. Auch der Nelson-Mandela-Platz steht auf der Liste.
"Wie ausgestorben"
Tanja Z. ist erst vor wenigen Jahren aus der Seestadt nach Aspern gezogen – seitdem wird umgebaut. Nachts fühle sie sich unsicher. „Es ist alles ausgestorben. Wenn ich lange auf den Bus warten muss, fühlt sich das ungut an.“ Ein Café in der Bahnhofshalle wäre ihrer Meinung nach ein guter Anfang, um sich wohlzufühlen. Café ist derzeit keines geplant, aber andere Verschönerungen, unter anderem 75 neue Bäume, mehrere Grünflächen, ein Brunnen, schattige Aufenthaltsbereiche und eine Fußgängerzone.
Der Maria-Restutia-Platz vor dem Bahnhof Handelskai wird gerade umgebaut und soll bis zum Sommer fertig sein.
Neben der Donaustadt wird auch in der Brigittenau umgestaltet. Am Bahnhof Handelskai wird bereits umgebaut. Der 30-jährige Sercan begrüßt das. „In Wien gibt es schönere Bahnhöfe“, sagt er. Einmal pro Woche müsse er beruflich zum Handelskai kommen, „aber leben würde ich hier nicht gerne“. Vieles wirke veraltet.
Bis zum Sommer 2026 soll der Maria-Restituta-Platz vor der Station neugestaltet werden. Geplant sind unter anderem 13 neue Bäume sowie Wasserspiele.
Derzeit ist der Ostermarkt am Franz-Jonas-Platz vor dem Bahnhof Floridsdorf, normalerweise ist es nur eine Betonlandschaft.
Eine S-Bahn-Station weiter nördlich liegt der Bahnhof Floridsdorf. Janine Wolff ist vor einigen Jahren in den 21. Bezirk gezogen. „Ich würde mir mehr Grünflächen und Spielplätze für die Kinder wünschen“, sagt sie. Auf dem Franz-Jonas-Platz vor dem Bahnhof gibt es nur vereinzelt Bäume, Bänke sind oft mit Müll übersät.
Luft nach oben
Immer wieder kommt es hier zu Polizeieinsätzen. Um dagegen vorzugehen, hat die Stadt vor rund einem Jahr ein Alkoholverbot erlassen und dieses heuer verlängert. „Das hilft schon, ich fühle mich dadurch sicherer“, sagt Wolff. Verbesserungspotenzial sieht sie trotzdem. So auch die Stadt Wien – bis 2029 soll die Sicherheit weiter erhöht werden, bessere Beschilderung und zusätzliche Grünflächen sollen dabei helfen.
Vor den Hauptbahnhof Wien in Favoriten sollen Bäume kommen.
Auch der Hauptbahnhof in Favoriten soll klimafit umgestaltet werden. Die 37-jährige Luiza Puiu ist gerade auf dem Weg zur Arbeit. „Im Vergleich zu anderen Bahnhöfen ist es hier sicher und sauber“, sagt sie. Die vielen Einkaufsmöglichkeiten schätze sie, nur eines störe sie: „Es fehlt an Grün.“ Genau das will die Stadt ändern – unter anderem mit 35 neuen Bäumen und zusätzlichen Beeten.
Noch dominiert Beton an den vier Standorten. Ziel sei es, dass dort künftig nicht nur umgestiegen, sondern verweilt wird.
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