Chronik | Wien
09.06.2017

Auch Michael Ludwig gegen Rot-Blau

Wohnbaustadtrat sieht geringste inhaltliche Schnittmenge mit der FPÖ

Nichts wissen von einer rot-blauen Koalition auf Bundesebene will Wiens Bürgermeister Michael Häupl: Er sehe keine Gemeinsamkeiten mit der FPÖ, stellte er zuletzt im KURIER-Interview klar.

Doch sehen das auch jene Genossen so, denen parteiintern fehlende Berührungsängste mit der FPÖ vorgeworfen werden? "Es gibt bei allen Parteien Punkte, bei denen es keine Überschneidungen mit uns gibt. Das sieht man zum Beispiel bei der ÖVP", sagt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Als Koalitionspartner kommt für ihn die FPÖ allerdings deshalb noch lange nicht in Frage: "Von allen Parteien hat derzeit die FPÖ die geringste inhaltliche Schnittmenge mit der SPÖ", betont er gegenüber dem KURIER.

Vor allem von Vertretern der Flächenbezirke wird Ludwig als Häupl-Nachfolger favorisiert. Ein Ansinnen, dem zuletzt Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger – sie wird dem linken Flügel zugerechnet – eine klare Absage erteilt hatte. Ludwig sei "derzeit kein einender Kandidat", ließ sie ihrem Stadtratskollegen in einem Interview wissen. "Es ist sehr unüblich, solche Dinge über Medien auszurichten", gibt sich Ludwig verschnupft. "Zumal in der Vorstandssitzung unmittelbar davor Häupl noch ersucht hatte, von solchen Stellungnahmen abzusehen."

Auch inhaltlich kann er Frauenbergers Statement nicht nachvollziehen: "Vor den aktuellen internen Diskussionen war ich bei Parteitagen und im Gemeinderat immer der Stadtrat mit den besten Wahlergebnissen."