Antonskirche in Favoriten mit Graffitis beschmiert
Spaziert man an der Kirche St. Anton vorbei, so fällt der Blick zwangsläufig auf die Dutzenden Graffitis an der Außenmauer. „515“-Schriftzüge, Symbole und politische Botschaften ,zieren‘ die Türen, auch die Anschlagtafel vor dem Haupteingang ist mit schwarzem Graffiti besprüht sowie ein Fenster in rund zwei Meter Höhe.
Die Kirche wurde auch in den vergangenen Monaten immer wieder zum Ziel von Vandalen – genauso wie die Keplerkirche, die sich einen Kilometer entfernt befindet. Ende Dezember hatten auch hier Sprayer zugeschlagen. Zusätzlich zur Mauer wurden dort auch eine Statue sowie ein Stein-Sockel beschmiert – beides ist besonders schwer zu reinigen.
Symbolische Übermalung
Ende Jänner kamen deshalb Vertreter unterschiedlichster Religionsgemeinschaften, aus dem Bezirk sowie der MA 17 (Integration und Diversität) zusammen. „Die Sprühaktion hat heftige emotionale Reaktionen ausgelöst“, sagte Matthias Felber, Pfarrer der Keplerkirche und Dechant von Favoriten. Bei Minusgraden und widriger Wetterbedingungen wurde symbolisch ein Graffito entfernt. Die meisten Anti-Graffiti-Mittel wirken nämlich erst ab plus 5 Grad.
Großflächig will man die Schriftzüge deshalb im Frühjahr übermalen. „Dann wird es auch eine Aktion geben, bei der möglicherweise verschiedene Gruppen – religiöse wie säkulare – eingeladen werden, daran mitzuwirken“, kündigte Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) an. Die Schmierereien wäre man eigentlich gerne so schnell wie möglich losgeworden.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung an der Kirche.
Jugendbanden am Werk
„Wenn schon Graffiti da sind, werden die Leute immer mutiger und immer mehr Menschen hinterlassen dann ihre Markierung“, so Franz. „Wir haben auch andere Objekte im Bezirk, bei denen wir gesehen haben, dass es besser ist, wenn wir die Schmierereien rasch entfernen.“ Zumindest bei der Antonskirche geschah dies in den vergangenen Monaten nicht.
Termin mit Bezirksvorsteher
Dies könnte sich aber bald ändern: Eine Privatperson hat um einen Termin beim Bezirksvorsteher angefragt – es soll dabei laut KURIER-Informationen um ein Engagement gehen, privat an der Tilgung der Graffitis bei der Antonskirche mitzuwirken. Der Termin hat noch nicht stattgefunden.
Wer ist nun für die Schmierereien an den Kirchen verantwortlich? Im Fall der Keplerkirche bat man seitens des Bezirks auch den Staatsschutz um eine Einordnung der Schriftzüge. „Es wurde uns rückgemeldet, dass es sich dabei nicht um extremistische Botschaften handelt, sondern um Botschaften von Jugendbanden“, heißt es aus dem Büro des Bezirksvorstehers.
Auch hinter den Schmierereien an der Antonskirche vermutet man Jugendliche. Ermittlungen wegen Sachbeschädigung laufen.
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