Betreiber eines anonymen Paketdienstes in Wien festgenommen
Über Jahre hinweg hat der in Wien ansässige anonyme Paketdienst „Sub Rosa“ die Polizei auf Trab gehalten. Das Geschäftsmodell des seit 2021 existierenden Dienstleisters war einfach: Kunden konnten sich unter Verwendung eines Pseudonyms anonym Pakete aus dem Internet bestellen.
Zahlreiche Pakete enthielten Drogen.
Wie bereits berichtet, wurde der Paketservice immer wieder auch für Drogenlieferungen verwendet – und zwar öfter als bisher angenommen. „Rund 98 Prozent der abgewickelten Sendungen standen im Zusammenhang mit dem Versand illegaler Substanzen, überwiegend bestellt über das Darknet“, heißt es nun von der Polizei.
Netz an Abholstationen
Von Jänner 2022 bis November 2025 seien unter anderem 40 Kilo Cannabiskraut, knapp 1,9 Kilo Kokain und mehr als 700 Stück Ecstasy-Tabletten sichergestellt worden. Dazu kommen verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie Falschgeld. Mehrere Polizeikontrollen führten schlussendlich dazu, dass das ursprüngliche Geschäftslokal im April 2025 geschlossen wurde. „In weiterer Folge stellten die Betreiber ein System mit rund 400 Abholstationen im Wiener Stadtgebiet um und warnten die Kunden öffentlich vor laufenden Ermittlungen“, berichtet die Polizei. Die Kontrollen aber gingen weiter und seit Mai 2025 seien nahezu wöchentlich Suchtmittellieferungen von den Beamten abgefangen worden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden außerdem Hausdurchsuchungen in der Leopoldstadt, in Simmering und in Judenburg in der Steiermark durchgeführt. Dabei konnten weitere große Mengen an Suchtmitteln und Falschgeld sichergestellt werden.
Die Website des Paketdienstes ist mittlerweile offline
Die 35-jährige Betreiberin und ihre 54-jährige Mutter, die ebenfalls für die Firma tätig war, wurden Mitte November festgenommen. Sie wurden nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt und befinden sich in Untersuchungshaft. Die Homepage der Firma ist mittlerweile offline.
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