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Chronik Wien
11/03/2020

Ablauf des Attentats: Mindestens zwei Schusswechsel mit der Polizei

Der Anschlag dauerte nur neun Minuten, dann wurde der Täter von der Polizei erschossen.

Am Tag nach dem Anschlag in Wien wurden weitere Details zum Ablauf bekannt. So hat es zumindest zwei Schusswechsel mit der Polizei gegeben. Zumindest vier Menschen wurden vom 20-Jährigen getötet.

Bevor der Täter selbst mit mehreren Schüssen getötet wurde, hatte er auch einen Streifenpolizisten ins Bein geschossen. Laut Polizei gab es am Montag den größten sicherheitspolizeiliche Einsatz der österreichischen Polizei seit ihrem Bestehen.

  • Gegen 20:00 Uhr erhielt der Notruf der Wiener Polizei mehrere Anrufe, nachdem Schüsse im Bereich Seitenstettengasse in der Innenstadt zu hören waren. Mehrere Männer, so die Angaben der Zeugen, sollen mit Langwaffen auf Passanten gefeuert und diese verletzt haben.
     
  • Es folgte ein Großeinsatz. Sofort wurde die Bevölkerung aufgefordert, den Bereich zu meiden.
     
  • Kurz nach den Schussabgaben wurde der schwer bewaffnete Angreifer bereits von Streifenbeamten wahrgenommen, es kam zu einem ersten Schusswechsel. Hierbei erlitt ein Streifenpolizist eine Schussverletzung am Bein.
     
  • Um 20:09 Uhr nahm eine Sektorstreife der Sondereinheit WEGA den Täter im Bereich Ruprechtsplatz wahr. Er war mit einem vollautomatischen Gewehr (Kalaschnikow), einer Faustfeuerwaffe und einer Machete bewaffnet. Darüber hinaus trug er um den Körper einen Gegenstand, der einem Sprengstoffgürtel nachempfunden war und beim Einschreiten als solcher gewertet wurde.

Neun Minuten

Die Polizisten gaben im Zuge der versuchten Anhaltung dieses Angreifers mehrere Schüsse auf ihn ab. Der 20-Jährige erlag an Ort und Stelle seinen Verletzungen. Er hatte zuvor auf Passanten und Polizisten gefeuert.

Während der neun Minuten, die zwischen Angriff und Neutralisierung des bekannten Täters lagen, wurden an verschiedenen Tatorten zwei Frauen und zwei Männer tödlich verletzt sowie 22 weitere Personen teils schwer verletzt.

Aufruf an Bevölkerung

Laut den ersten Ermittlungen gab es zumindest vier Tatorte im unmittelbarer Nähe zur Seitenstettengasse. An zwei weiteren Orten kam es zu Vorfällen, wo Personen verletzt wurden. Inwieweit diese Vorfälle zusammenhängen, war am Dienstag noch unklar. Die Ermittler waren mit der Erstellung eines sogenannten Weg/Zeit-Diagramms beschäftigt, außerdem wurden Zeugenbefragungen durchgeführt, durch die sich die Polizei nähere Erkenntnisse zu einer möglichen Tatbeteiligung durch weitere Personen erhofft.

Die Polizei wiederholt am Dienstagabend ihren dringenden Aufruf an die Bevölkerung, etwaiges Beweismaterial sowie Wahrnehmungen zum Anschlag bei der Polizei zu melden.

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