Jeden Samstag essen gehen um Preise wie aus dem Jahr 2020

Lokal Marktkultur Rochusmarkt
Im „1030 marktKult_ur“ am Rochusmarkt gibt es minus 30 Prozent auf alle Speisen. Werbung machten sie auf Instagram.

Von Franziska Trautmann

Preise  wie vor sechs Jahren? Klingt wie ein Traum, ist es aber keiner – zumindest im Restaurant „1030 marktKult_ur“ am Rochusmarkt. Dort gibt es seit Anfang Dezember jeden Samstag alle Hauptspeisen um 30 Prozent günstiger vom regulären Preis. Damit hat sich der Betrieb den Kampf gegen die Teuerung auf eine unkonventionelle Weise auf die Fahnen geschrieben. 

Denn obwohl die Inflation in Österreich abschwächt, bleibt sie mit 3,8 Prozent weiter fast doppelt so hoch wie im Rest der Eurozone mit zwei Prozent. Das Angebot hat sich einer der Eigentümer Nikola Ljubic überlegt: „Man merkt die Zurückhaltung der Leute. Vor allem am Monatsende wird weniger konsumiert und da wollten wir einfach entgegenkommen.“ 

Von Anfang an Zuspruch 

Deshalb haben die Inhaber am 9. Dezember ein Video auf ihrem Instagram-Account hochgeladen, in dem sie ihre Prozent-Aktion ankündigen. Statt 13,50 kosten zehn Stück Cevape dann nur 10,50 Euro und ein Cheeseburger 8,50 statt 10,90 Euro, erklärt Mitarbeiter Michel Tunjic. Auch die Speisen sind darauf zu sehen. Zwar hat das Video nur knapp 60 Likes, laut Ljubic gab es jedoch viele positive Reaktionen und das Video wurde mehrfach geteilt. 

Aber nicht nur auf Social Media, sondern auch am Markt hat die Idee schnell an Fahrt aufgenommen. An drei Samstagen haben sie schon mit Kreide auf eine schwarze Tafel ihre Aktion geschrieben und vors Lokal gestellt. „Von Anfang an haben wir großen Zuspruch bekommen und dann haben wir gemerkt, dass die Leute gezielt am nächsten Samstag wiedergekommen sind“, sagt Geschäftsführer Josip Kurevija

Anfänglich als Weihnachtsaktion gedacht, haben die Inhaber beschlossen die Idee „auf jeden Fall bis zum Sommer weiterzuführen“. Laut Kurevija rentiert es sich derzeit zwar preislich kaum, aber es ginge ihnen vor allem darum, ihrer Stammkundschaft etwas zurückzugeben. Die Preisreduktion gilt aber nur vor Ort im Lokal oder wenn sich Kunden Speisen mitnehmen, bei Lieferungen über Wolt oder Foodora bleiben die Preise regulär. 

Langfristig machbar?

Genau vor einem Jahr haben Ljubic und sein Schwager das Lokal am Rochusmarkt übernommen, seit April 2025 ist es geöffnet und bietet Balkanküche an. Geleitet wird der Betrieb von Kurevija, der seit 2003 selbstständig in der Gastronomie tätig ist. Er freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen und zahlreiche Kunden am Samstag. 

Für ihn wäre es auch schön, wenn die Idee auf andere Betriebe am Rochusmarkt überschwappen könnte: „Schlecht wäre es nicht, wenn solche Aktionen geschlossen von den Standbetreibern am Rochusmarkt gemacht werden würden. Dann wären vielleicht noch mehr Leute hier.“ 

Ob sich solche Aktionen langfristig durchsetzen können, bleibt angesichts der Kostenfrage offen. Denn oft wird die Gastronomie als Inflationstreiber genannt. Die Betriebe selbst haben aber mit hohen Lebensmittelkosten, Personalkosten, Energie und Miete zu kämpfen.

Kommentare