Verschüttetes Hotel in Italien: 24 Tote geborgen

Nach einem Lawinenunglück suchen Rettungskräfte nach Überlebenden, unterstützt von einem Bagger.
Eine Woche nach Lawinenabgang noch fünf Menschen vermisst, neun haben überlebt.

Eine Woche nach dem Lawinenunglück in Mittelitalien haben die Rettungskräfte am Mittwoch nur noch Leichen aus dem verschütteten Hotel geborgen. Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der Todesopfer am Mittwoch auf 24. Zwölf von ihnen müssen noch identifiziert werden. Fünf Menschen werden noch vermisst. Neun Menschen haben das Unglück überlebt.

"Wir arbeiten unermüdlich"

Ungeachtet der schwindenden Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, setzten die Einsatzkräfte ihre Suche fort. "Wir arbeiten unermüdlich, bis wir alle Vermissten geborgen haben. Über 200 Rettungseinheiten sind vor Ort", berichtete die Sprecherin des italienischen Zivilschutzes, Titti Postiglione.

Begräbnisse

In der Kleinstadt Loreto Aprutina fand am Mittwoch die Trauerfeier für Sebastiano Di Carlo und seine Frau Nadia Acconciamessa statt. Sie sind die Eltern des neunjährigen Edoardo Di Carlo, der lebend aus dem verschütteten Hotel geborgen wurden. Er nahm mit seinen älteren Brüdern an der Trauerzeremonie teil. Der Neunjährige war mit drei weiteren Kindern geborgen worden. Die Bilder der Rettung Edoardos hatten ganz Italien bewegt und Hoffnungen auf weitere Überlebende geweckt. Am Freitag und Samstag waren neun Menschen lebend aus dem Hotel Rigopiano geborgen werden. Aus Loreto Aprutino stammt ein weiteres Ehepaar, das im verschütteten Hotel ums Leben gekommen ist.

Hotel war erst vor zehn Jahren modernisiert worden

Die in Bozen ansässige Gesellschaft A-Real Estate, Eigentümerin des Hotels Rigopiano, versicherte unterdessen, dass dieses nach modernsten Sicherheitsstandards gebaut worden sei. Das Gebäude war 2006 zu einem Vier-Sterne-Hotel erweitert worden. Genehmigungen der Gemeinde Farindola lägen vor. A-Real Estate wird von der A-Leasing mit Sitz in Treviso kontrolliert. Diese wiederum gehört laut Firmenbuch zu 75 Prozent der RL Retail Holding und zu 25 Prozent der Raiffeisen Leasing GmbH - beides Raiffeisen-Töchter mit Sitz in Wien.

Ein Mann geht durch eine verschneite Schneise, in der auch umgestürzte Autos liegen.
Rescue workers inspect a cleared road by the site of the avalanche-buried Hotel Rigopiano in Farindola, central Italy, hit by an avalanche, in this undated picture released on January 24, 2017 provided by Alpine and Speleological Rescue Team. Soccorso Alpino Speleologico Lazio/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE. TPX IMAGES OF THE DAY
Der italienische Premier Paolo Gentiloni lobte am Mittwoch vor dem Parlament in Rom den Einsatz der Retter und des Zivilschutzes nach der Erdbebenserie, den heftigen Schneefällen und dem Lawinenabgang in Farindola.

Sechs Tote bei Hubschrauer-Absturz

Italien trauert auch um sechs Menschen, die am Dienstag unweit des Apenninen-Orts Campo Felice in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit einem Rettungshubschrauber verunglückt sind. Zwei von ihnen waren an der Bergung der Verschütteten aus dem Hotel beteiligt.

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