Das heftige Eiswetter lässt auch in Slowenien nach

© APA/NÖLFK/NITTNER

Slowenien
02/07/2014

Nach Eis-Chaos nun Hochwasser befürchtet

Im Westen sind für die kommenden Tage stärkere Niederschläge angekündigt.

Nach dem Eis-Chaos, das Slowenien seit einer Woche im Griff hält, hat Tauwetter eingesetzt. Das trägt zwar zur allmählichen Entspannung der Situation bei, doch es birgt auch Gefahren für die Helfer. Zudem drohen nun Überschwemmungen, vor allem im Westen sind für die kommenden Tage stärkere Niederschläge angekündigt. Die Stromversorgung konnte in vielen Teilen des Landes weitgehend wiederhergestellt werden.

Vor allem im Nordosten des Landes hat sich die Lage in Sachen Elektrizitätsversorgung verbessert. Dort waren am Freitag noch insgesamt 2.500 Haushalte ohne Strom. In dem am meisten betroffenen Süd- und Nordwesten gab es noch größere Probleme, da dort auch Hochspannungsmasten stark beschädigt sind. Am Freitag waren in der Region noch mehr als 17.000 Haushalte ohne Strom.

Die Energieversorger hoffen, am Wochenende die Hochspannungsleitungen nach Logatec und Cerknica zu reparieren, auch zumindest Teile von Postojna sollten wieder mit Elektrizität versorgt werden. "Wenn alles gut läuft", schränkten die Energieversorger bei ihren Ankündigungen allerdings ein. Wärmeres Wetter erleichtert zwar die Reparaturarbeiten, doch beim Auftauen entstehen immer wieder neue Schäden. Sorgen bereitet auch der prognostizierte starke Wind.

Aufräumen mit Hilfe aus Österreich

Die Stromversorgung hängt weiterhin von Notstromaggregaten ab, Österreich hat ursprünglich mit 27 Aggregaten ausgeholfen. Am Donnerstag schickte das Rote Kreuz 15 weitere von Wien nach Idrija und in die Region Zuzemberk, mit denen insgesamt 75 Haushalte versorgt werden können. Zehn Mann der Wiener Berufsfeuerwehr brachten am Freitag fünf weitere zunächst nach Ljubljana. Sie können 2.500 Haushalte mit Elektrizität versorgen.

Nach Schätzungen der slowenischen Katastrophenschutzbehörde würde man zusätzlich 150 leistungsstarke Aggregate und noch 475 kleinere brauchen. Die Regierung stellte am Donnerstag 150.000 Euro zur Anschaffung von Generatoren zur Verfügung.

Unterdessen laufen im ganzen Land auch die Aufräumarbeiten weiter. Viele Straßen sind wegen umgestürzter Bäume nicht befahrbar, vor allem die Bergdörfer sind noch teilweise abgeschnitten. Der Aufenthalt in Wäldern sei lebensgefährlich, warnen die Behörden.

Gefährliches Tauwetter

Das Tauwetter vergrößert nicht nur die Gefahr für die Einsatzkräfte, sondern auch für die Bewohner. Augenzeugen berichteten, sie hätten sich auf den Straßen von Postojna ohne Helm nicht sicher gefühlt. Der Blick auf die zerstörten Bäume in der Stadt sei niederschmetternd.

Probleme gibt es auch mit dem Trinkwasser, in Postojna muss es vor Gebrauch abgekocht werden, anderswo ist die gesamte Versorgung wegen der Stromausfälle gestört. Damit sich die Menschen aufwärmen und warme Mahlzeiten bekommen können, wurden in Postojna und Cerknica Krisenzentren eingerichtet.

Entspannung bei der Bahn

Gute Neuigkeiten kamen unterdessen von der slowenischen Bahngesellschaft: Am Donnerstag konnten die Einsatzkräfte die Strecke zwischen Ljubljana und Koper von den Vereisungen befreien, nach fast einer Woche Unterbrechung fuhr am Abend die erste Diesellokomotive zum Hafen Koper, wo sich bereits tausende Container stapelten. Personenzüge werden in Richtung Küste erst dann wieder fahren können, wenn das Stromnetz wiederhergestellt wird, was mehrere Monate dauern dürfte.

Eisschicht überzieht Slowenien:

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.