Chronik | Welt
03.06.2018

Hamburger Flughafen stellt nach Stromausfall Betrieb komplett ein

Stromausfall sorgte seit dem Vormittag für Probleme. Es gelang nicht, den Fehler zu beheben.

Der Hamburger Flughafen hat seinen Betrieb nach einem mehrstündigen Stromausfall für den gesamten Sonntag eingestellt. Dazu sehe man sich gezwungen, teilte das Unternehmen auf Twitter mit. „Es ist nicht gelungen, den Fehler zu beheben.“ Tausende Passagiere hatten stundenlang teils vor dem Gebäude ausgeharrt, in der Hoffnung, doch noch abfliegen zu können.

Mittlerweile wurde die Ursache für den Kurzschluss gefunden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass alles schnellstmöglich wieder reibungslos läuft“, twitterte der Airport am Sonntagabend. Konkreter wurde das Unternehmen zunächst nicht. Zuvor hatte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler im NDR gesagt: „Wir arbeiten darauf hin, dass wir morgenfrüh im Betrieb sind.“

 

Von den Flugausfällen dürften nach Angaben des Flughafens mehr als 30.000 Passagiere betroffen gewesen sein. Nach der Ankündigung, dass keine Flüge mehr starten würden, machten sich am Nachmittag viele auf den Heimweg oder auf ins Hotel. Der Flughafen stellte auch Feldbetten auf. Eine 30-köpfige italienische Reisegruppe war noch unentschlossen, ob sie die Schlafgelegenheit nutzen sollte.

Für einen sicheren Flugbetrieb benötige der Flughafen eine redundante Stromversorgung, also eine Hauptversorgung neben Notstromaggregaten, erläuterte Flughafen-Sprecherin Katja Bromm. Da es am Vormittag einen Kurzschluss in der Hauptstromversorgung gegeben habe, habe ein sicherer Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden können, ergänzte sie. Notstrom könne nur zur Überbrückung, aber nicht dauerhaft eingesetzt werden. Zur Ursache des Kurzschlusses machte sie keine Angaben.

Der Flughafen arbeite mit Hochdruck daran, "die Ursache des Kurzschlusses zu beheben und diese Ausnahmesituation für unsere Gäste so schnell wie möglich zu beenden", berichtete Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler. Zunächst gab es keine Erklärungen dafür, warum der Flughafen so massiv getroffen wurde.

Nach dem Stromausfall konnten seit etwa 10.00 Uhr keine Flugzeuge mehr starten oder landen, teilte der Flughafen mit. Zuvor waren am Morgen noch 37 Starts und 24 Landungen abgewickelt worden. Am Hamburger Flughafen gibt es sonntags üblicherweise rund 200 Starts sowie 200 Landungen. Die Sprecherin wollte noch keine Prognose abgeben, ob der Flughafen am Montag seinen regulären Flugbetrieb wieder aufnehmen wird. Er ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland.

Nach dem Stromausfall war der Flughafen geräumt worden, Hunderte Passagiere mussten sich zunächst vor dem Gebäude aufhalten. Der Ausfall traf zunächst das Terminal 2, es lag danach im Dunkeln. Dort hatten sich lange Schlangen vor den Schaltern gebildet. Die Passagiere wurden aufgefordert, ins Terminal 1 zu wechseln, wo zunächst noch die Klimaanlage funktionierte. Dann fiel auch dort der Strom aus.

Flugzeuge, die am Vormittag noch im Anflug auf Hamburg waren, wurden umgeleitet. Eine Sprecherin des Flughafens Hannover bestätigte, dass mehrere Maschinen statt in der Hansestadt in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet seien.

Die Informationslage für die Passagiere war anfangs offenkundig spärlich: Über die Lautsprecher habe es lediglich die Durchsage zum Verlassen des Terminals gegeben, aber keine Begründungen oder Auskünfte über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit, schilderte ein Augenzeuge. Auch die Flughafenschließung sei den Passagieren am Flughafen erst etwa eine halbe Stunde nach der Twitter-Mitteilung über Durchsagen kundgetan worden.

Am Hamburger Flughafen wird es auch am Montag zu Beeinträchtigungen kommen. Auf der Homepage des Airports war am Sonntagabend mehr als ein Dutzend gestrichene Flüge für Montag aufgelistet. Es seien die Airlines, „die entscheiden, ob ein Flug stattfindet oder gestrichen wird“, twitterte der Flughafen. Weil durch den Stromausfall etliche Maschinen seit Sonntagvormittag nicht mehr in der Hansestadt landeten, konnten auch nicht alle Flugzeuge wie vorgesehen über Nacht auf dem Flughafengelände bleiben und für Montagfrüh startklar gemacht werden. Am Sonntagabend war zunächst unklar, ob am Montag wieder Starts und Landungen möglich sind.