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Chronik Welt
08/02/2019

Wo Honeckers Limousine steht

Ein Leipziger sammelt Autos, die in der DDR rollten, und will nun die Fluchtroute über Ungarn in den Westen abfahren.

von Sandra Lumetsberger

Wenn die DDR-Staatsführung auf dem Weg zur Leipziger Messe in ihren West-Limousinen vorfuhr, standen die Kinder am Rand und mussten winken. Gerrit Crummenerl erinnert sich gut daran, Erich Honeckers Citroën hat ihn schon damals fasziniert.

Das Staatsoberhaupt soll den französischen Wagen wegen seiner wiegenden Federung geschätzt haben. In der Bevölkerung spöttelte man, „er würde so über die Missstände hinwegschweben“, erzählt Crummenerl. Heute, 30 Jahre später, steht ein Citroen der Honecker-Flotte in der Lagerhalle des 47-jährigen gelernten Kfz-Mechanikers und Händlers nahe Leipzig. Wie viele andere Autos von damals: Barkas, Wolga oder Lada.