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Chronik Welt
01/15/2021

WHO in China: Experten dürfen im Institut der "Batwoman" forschen

Die Virologin/Fledermausforscherin Shi Zhengli sichert ihre Kooperation zu. Gerüchte kursierten, das Virus sei aus ihrem Labor entwichen.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Zugang zu Chinas prominentester Fledermausforscherin. Die auch als "Batwoman" bekannte Virologin Shi Zhengli, Leiterin des Zentrums für neu auftretende Infektionskrankheiten am Wuhan Institute of Virology (WIV), sicherte einer am Donnerstag in Wuhan eingetroffenen WHO-Mission laut dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel ihre Kooperation zu.

Missionsleiter Peter Ben Embarek sagte dem Spiegel: "Ich habe mit Shi Zhengli gesprochen, als ich im Juli 2020 während einer Vorbereitungsmission in China war. Sie war sehr entgegenkommend, wollte die Mission selbstverständlich unterstützen und sich mit uns treffen. Ich bin sicher, dass wir gute Diskussionen mit ihr führen werden."

Auf das Institut WIV richtet sich seit Beginn der Pandemie besonderes Interesse, weil Shi dort an Sars-ähnlichen Coronaviren in Fledermäusen forscht. Gerüchte, wonach der Erreger Sars-CoV-2 aus ihrem Labor entwichen sein könnte, hat sie stets dementiert.

Erster Schritt: Quarantäne

Gemäß Chinas Einreisevorschriften wird die WHO-Delegation aus 13 internationalen Wissenschafter um Ben Embarek zunächst 14 Tage in Quarantäne verbringen. Schon währenddessen wollen sie mit chinesischen Kollegen ein Lagebild der chinesischen Coronavirus-Forschung erarbeiten.

Anschließend bleiben der Mission rund zwei Wochen für Recherchen vor Ort. "Der Plan ist es, eine detaillierte Rekonstruktion der Ursprungsphase der Pandemie zu unternehmen", sagte die niederländische Delegationsteilnehmerin Marion Koopmans dem "Spiegel"

Auch einer der beiden zunächst abgewiesenen Experten eines internationalen Teams, das im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen soll, durfte nun doch nach China einreisen. Das teilte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums am Freitag mit.

Zunächst war die Einreise am Donnerstag mit der Begründung verweigert worden, dass bei beiden Wissenschaftern Covid-19-Antikörper festgestellt worden waren, was auf eine frühere Infektion hindeutete. "Um unsere Unterstützung für die WHO zu demonstrieren, stimmte die chinesische Seite zu, eine zweite Runde des Serumantikörpertests durchzuführen", sagte der Sprecher des Außenministeriums. Dabei sei bei dem britischen Experten ein negatives Ergebnis festgestellt worden, weshalb er nun einreisen dürfe. Der Experte aus Katar sei jedoch erneut positiv getestet worden.

Mitglieder des WHO-Teams hatten im Vorfeld der Reise die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten. Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch heikel.

 

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