© APA/AFP/JOSH EDELSON

Chronik Welt
08/06/2021

Waldbrand zerstört historische Stadt Greenville in Kalifornien

Brände lodern seit Mitte Juli, Tausende Menschen sind in Gefahr. Auch in Griechenland und der Türkei ist keine Entspannung in Sicht.

Ein schnell um sich greifender Waldbrand in Nordkalifornien hat eine historische Ortschaft weitgehend zerstört. In der früheren Goldgräberstadt Greenville seien mindestens 45 Gebäude abgebrannt, teilte die Feuerwehr in dem betroffenen Bezirk am Donnerstag (Ortszeit) mit. Das seit Mitte Juli brennende sogenannte Dixie-Feuer hatte am Mittwochabend den Ort erreicht und die meisten Häuser in der historischen Altstadt zerstört.

Apotheken-Besitzer Kevin Goss sagte der Los Angeles Times, dass sein 1860 gebautes Haus abgebrannt sei. Das Feuer habe sich extrem schnell durch die Ortschaft gefressen. "Wir wussten, dass hier nichts zu retten ist", sagte Goss der Zeitung. Tausende Menschen in der Region waren aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Das Feuer im Bezirk Butte County war am Donnerstag erst zu 35 Prozent unter Kontrolle. Es hat bereits eine Fläche von über 1.400 Quadratkilometern vernichtet. Menschen kamen dabei nicht ums Leben.

Nach einem extrem regenarmen Winter und geringer Schneedecke haben die Waldbrände im dürregeplagten Kalifornien in diesem Jahr ungewöhnlich früh angefangen. Flächenbrände gab es dort immer schon, doch nun sind die Feuer nach Expertenangaben heißer, häufiger und größer.

Pulverfass Athen

Auch in Griechenland und der Türkei halten die Brände unvermindert an. Auch in der Nacht zum Freitag bahnten sich Feuerwalzen den Weg durch vertrocknete Wälder, Busch- und Grasland. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwor die Bürger auf weitere harte Tage ein - so brennt es unter anderem nahe der Hauptstadt Athen. Auch im westtürkischen Milas rückten die Flammen lokalen Behörden zufolge zuletzt wieder gefährlich nahe an Wohngebiete heran.

"Wir haben mit Dutzenden Waldbränden zu kämpfen. Drei davon - in Athen, auf dem Peloponnes und auf Euböa - sind von gewaltigem Ausmaß", sagte Mitsotakis im Staatsfernsehen. Er warnte vor starken Westwinden am Freitag, einem "noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben". Am Donnerstagabend gab es 54 aktive Brände im ganzen Land. Bis mindestens Montag ist es den Menschen deshalb untersagt, Wälder zu besuchen. Auch dürfen sind Arbeiten verboten, die Funken oder Flammen erzeugen könnten.

Wildfire erupts north of Athens

Auch in der Türkei kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. 13 Brände in sechs Provinzen waren nach offiziellen Angaben am Donnerstagabend noch nicht unter Kontrolle. Besonders betroffen sind die Urlaubsregionen Antalya, Marmaris und Bodrum, dort bekommen die Einsatzkräfte die Brände seit Tagen nicht in den Griff. Die Einwohner sind verzweifelt und hoffen auf Regen - doch auch in den nächsten Tagen soll es extrem heiß werden. In Bodrum und Milas in der Provinz Mugla werden für Freitag mehr als 40 Grad erwartet.

Tausende Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen und wurden teils in Schulen und Sportstadien untergebracht. Die Behörden verbreiten immer wieder Listen mit Dingen, die benötigt werden: Besteck, Teller, Kissen und Decken - der Bedarf ist groß.

Das Feuer hat bereits weite Landstriche verwüstet. Acht Menschen kamen ums Leben, Schätzungen zufolge sind mindestens 100.000 Hektar Wald und Felder den Flammen zum Opfer gefallen. Es sind die schwersten Waldbrände seit mehr als 13 Jahren in der Türkei.

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