Presser on rising number of COVID-19 infections in German cities

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Chronik Welt
10/14/2020

Virologe Drosten: Können Ältere nicht völlig abschirmen

Deutscher Starvirologe: "Risikopatienten gibt es auch in jüngeren Altersgruppen."

Der deutsche Virologe Christian Drosten hat sich in einer am Dienstag ausgestrahlten TV-Sendung deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt.

Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten.

Viele Infektionen auf einmal

Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, so Drosten. Dabei gehe es dann aber um einen Patiententyp mit anderer gesellschaftlicher Wahrnehmung: "Da würden eben junge Familien auch den Familienvater verlieren oder auch die Mutter."

Presser on rising number of COVID-19 infections in German cities

Das sei "eine ganz andere Konsequenz und das kann man einfach so nicht durchlaufen lassen", betonte der Virologe. Hintergrund ist ein offener Brief von drei Wissenschaftern aus den USA und Großbritannien, die sich gegen bevölkerungsweite Maßnahmen aussprechen - auch andere Experten widersprachen ihnen bereits.

Drosten: Vorquarantäne bei Familienbesuchen

Familientreffen im Herbst und Winter hält Christian Drosten trotz Corona-Pandemie unter gewissen Voraussetzungen für vertretbar. "Ich halte das Prinzip der Vorquarantäne für eine gute Idee. Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden", sagte der Berliner Wissenschafter in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Wochenzeitung Die Zeit.

Durch die Zeit mit weniger Kontakten senke man das Risiko für eine Infektion. "Wenn überhaupt, dann hat man sich vielleicht eher in der Woche zuvor angesteckt, und dass in diesem Fall alle aus der Familie symptomfrei bleiben, ist eher unwahrscheinlich", so der Experte der Charite. "Das könnte ein Ansatz sein für die kommende Zeit, jetzt für die Herbstferien und vielleicht auch für Weihnachten." Aber es blieben immer Restrisiken. Drosten machte deutlich, dass man auch auf mögliche Symptome wie eine laufende Nase und leichtes Halskratzen achten und bei solchen Krankheitsanzeichen zu Hause bleiben sollte.

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