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Chronik Welt
06/23/2020

US-Filmproduzent Guillod der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt

Macher von "Atomic Blonde" weist Vorwürfe zurück und stellt sich der Polizei.

In den USA ist erneut ein Hollywood-Produzent beschuldigt worden, Frauen sexuell angegriffen und vergewaltigt zu haben. David Guillod stellte sich am Montag (Ortszeit) im südkalifornischen Santa Barbara der Polizei, teilte sein Anwalt mit. Der 53-Jährige hat etwa den in Berlin spielenden Actionfilm "Atomic Blonde" mit Charlize Theron in der Hauptrolle produziert. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Guillod wurde nach seinem Erscheinen bei der Polizei formell der mehrfachen Vergewaltigung, sexueller Angriffe und der Entführung von vier Frauen beschuldigt. Die Vorwürfe beziehen sich nach Angaben der Staatsanwälte auf Vorgänge, die bis zu acht Jahre zurückliegen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 21 Jahre Haft.

Der 53-Jährige, der auch als Talentsucher für die Filmbranche tätig ist, blieb zunächst in Polizeigewahrsam. Die Kaution für seine vorläufige Freilassung wurde auf drei Millionen Dollar (knapp 2,7 Millionen Euro) festgesetzt. Anwalt Philip Cohen zeigte sich überzeugt, dass sein Mandant am Ende freigesprochen werde. "Herr Guillod wird seit acht Jahren diffamiert, ohne die Möglichkeit zu haben, seine Anklägerinnen unter Eid befragen zu lassen."

Der Produzent war unter anderem von der "Ted"-Schauspielerin Jessica Barth öffentlich beschuldigt worden, sie 2012 unter Drogen gesetzt und dann sexuelle Übergriffe verübt zu haben. Der Fall wurde von der Polizei von Los Angeles untersucht, aber nach zwei Jahren geschlossen. Bei den nun gegen den 53-Jährigen erhobenen Vorwürfen geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Vorwürfe von drei Frauen in Santa Barbara und einer weiteren Frau in Los Angeles.

Guillod produzierte unter anderem den in diesem Jahr auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlichten Thriller "Extraction" mit Chris Hemsworth. Zuvor hatte er vor allem mit dem von ihm produzierten Thriller "Atomic Blonde" mit Charlize Theron für Schlagzeilen gesorgt.

Guillod reiht sich in eine Serie von bekannten Figuren der Filmbranche ein, die in den vergangenen Jahren der sexuellen Gewalt und Übergriffe beschuldigt wurden. Die Welle dieser Anschuldigungen begann mit dem Fall des Hollywoodmoguls Harvey Weinstein, der inzwischen in New York eine 23-jährige Haftstrafe wegen Missbrauchs und Vergewaltigung verbüßt. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein hatte im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen ausgelöst.

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