Schweres Erdbeben vor den Philippinen: Tsunamiwarnung
Zusammenfassung
- Schweres Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert die südlichen Philippinen, löst Tsunamiwarnungen in mehreren Ländern aus und verursacht Panik sowie Gebäudeschäden.
- Berichte über Tote und Verletzte sowie erhebliche Schäden an Schulen, Krankenhäusern und anderen Gebäuden werden von den Behörden überprüft.
- Präsident Marcos Jr. sichert staatliche Unterstützung zu, ruft zur Evakuierung auf und die Lage wird weiter überwacht, da Nachbeben und Tsunamiwellen erwartet werden.
Ein schweres Erdbeben hat die südlichen Philippinen erschüttert, Gebäude einstürzen lassen und Tsunamiwarnungen in mehreren Ländern ausgelöst. Laut Polizei sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Das Zivilschutzamt meldete acht Tote.
Das Beben der Stärke 7,8 ereignete sich am Montagmorgen vor der Küste der Insel Mindanao, teilte das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mit. An der Küste wurden Wellen von bis zu 1,4 Meter Höhe gemessen.
Die Behörden riefen die Bewohner mehrerer Küstengebiete auf, sich umgehend in höher gelegene Regionen zu begeben. Auch im benachbarten Indonesien wurden Tsunamiwarnungen ausgegeben, speziell auf der Insel Sulawesi, diese später aber wieder aufgehoben. Japan warnte ebenfalls vor möglichen Flutwellen an Teilen seiner Pazifikküste. US-Geologen registrierten zahlreiche Nachbeben.
Stunden später kam die Entwarnung: Das US-Tsunami-Warnzentrum hob seine Tsunamiwarnung auf. Phivolcs behielt seine Warnung für die Küstenregionen zunächst noch aufrecht. Die Behörde hatte kurz nach dem Beben Flutwellen in sechs Gebieten mit einer Höhe von bis zu 1,4 Metern verzeichnet.
Schäden an vielen Gebäuden
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde teilte mit, Berichte über Todesopfer und Verletzte würden noch überprüft. Mehrere Gebäude auf Mindanao stürzten teilweise oder ganz ein, wie auf in sozialen Medien verbreiteten Videos zu sehen war. Zudem gingen Meldungen über schwere Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen ein. Das Ausmaß der Schäden war aber zunächst unklar.
Das Epizentrum lag südwestlich der Gemeinde Maasim in der Provinz Sarangani. Besonders stark waren die Erschütterungen in der Stadt General Santos City zu spüren. Dort wurde der Flughafen vorübergehend geschlossen.
Auch in östlichen Teilen Indonesiens, wo die Erdstöße ebenfalls zu spüren waren, registrierte die Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) an mehreren Messstationen kleine Tsunami-Wellen. Der Meeresspiegel stieg hier aber nur leicht an. Auch hier wurde die Tsunami-Warnung mittlerweile aufgehoben.
Am ersten Schultag des neuen Schuljahres
Das Beben traf die Region um 7.37 Uhr am ersten Schultag des neuen Schuljahres. An Schulen und Behörden fanden vielerorts gerade Flaggenzeremonien statt - Glück im Unglück, denn zahlreiche Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte hielten sich gerade im Freien auf. Der Unterricht wurde in den betroffenen Gebieten ausgesetzt, ebenso die Arbeit in vielen öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Viele Menschen reagierten panisch auf die heftigen Erdstöße. "Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten", sagte die Provinzreporterin Noreen Ygonia lokalen Medien. "Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte." Eine Bewohnerin der Stadt Koronadal sagte: "Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten."
An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. "Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draußen", sagte Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa. Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.
Pazifischer Feuerring
Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort. Die Bevölkerung rief er auf: "Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht." Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
Die Philippinen und Indonesien liegen am Pazifischen Feuerring - einem gigantischen, hufeisenförmigen Vulkangürtel. Dort treten besonders häufig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auf, weil mehrere Erdplatten aneinanderstoßen.
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