Nobelpreis-Nominierungen: Trump wohl unter den 287 Nominierungen für 2026
Für den Friedensnobelpreis 2026 sind 287 Kandidaten nominiert worden, darunter wahrscheinlich auch US-Präsident Donald Trump. Unter den Anwärtern seien 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen, teilte der Sekretär des norwegischen Nobelkomitees, Kristian Berg Harpviken, am Donnerstag mit. Die Frage, ob Trump auf der Liste steht, wollte Harpviken nicht beantworten.
Eine Nominierung Trumps gilt aber als wahrscheinlich, da die Staats- und Regierungschefs von Kambodscha, Israel und Pakistan erklärt hatten, ihn vorgeschlagen zu haben. Offiziell bestätigt werden kann dies jedoch nicht: Die Nominierungen bleiben für 50 Jahre geheim. Am 9. Oktober wird bekanntgegeben, wer den Preis bekommt. Die feierliche Verleihung findet am 10. Dezember statt.
Wohl auch Nawalnys Witwe und Papst Leo darunter
Auf einschlägigen Websites wird unter anderem auch auf Papst Leo oder die Witwe des verstorbenen russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny, Julia Nawalnaja, gewettet. Auch die sudanesische Freiwilligen-Hilfsorganisation Emergency Response Rooms wird dort als möglicher Preisträger gehandelt.
Zahlreiche Personen können Kandidaten nominieren. Neben Staats- und Regierungschefs sind dies auch Parlamentsangehörige, ehemalige Preisträger, Mitglieder des Nobelpreiskomitees oder aber Universitätsprofessoren oder -professorinnen verschiedener Fachrichtungen wie Geschichte oder Jus.
Zu den weiteren möglichen Kandidaten zählen die US-Senatorin Lisa Murkowski und die grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, Aaja Chemnitz. Sie wurden von einem norwegischen Abgeordneten dafür nominiert, dass sie sich für eine friedliche Entwicklung der Arktis einsetzen – eine Region, die durch Trumps anhaltende Bemühungen um Grönland zuletzt in den Fokus gerückt ist. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado. Diese brachte das Nobelkomitee aber umgehend in Bedrängnis, weil sie die Auszeichnung US-Präsident Trump übertrug.
Nobelkomitee um Gesundheit von iranischer Preisträgerin Mohammadi besorgt
Komitee-Sekretär Harpviken betonte, trotz der weltweit zunehmenden Konflikte und des Drucks auf die internationale Zusammenarbeit bleibe die Auszeichnung von großer Bedeutung. Der Friedenspreis sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je. "Es gibt so viel gute Arbeit wie immer, wenn nicht sogar mehr."
Große Sorge äußerte Harpviken über den Gesundheitszustand der inhaftierten iranischen Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin von 2023, Narges Mohammadi. Nach einem Herzinfarkt im Gefängnis sei ihr Zustand alarmierend. Harpviken forderte die iranischen Behörden auf, sie für eine angemessene medizinische Behandlung freizulassen.
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