56.000 Euro Studienschulden: Frau (37) flieht ins Ausland

Eine US-Absolventin zog nach Prag, um ihren Studienkredit zu umgehen. Nach Jahren ohne Rückzahlung sorgt ihr Fall für heftige Kritik im Netz.
Leere Geldbörse wird von einer Person mit lackierten Fingernägeln in den Händen gehalten.

Eine 37-jährige US-Amerikanerin zog nach Abschluss ihres Masterstudiums nach Tschechien, da sie die monatlichen Raten ihres Studienkredits von 60 US-Dollar (rund 51 Euro) nicht mehr begleichen konnte. In sieben Jahren habe sie keine einzige Rückzahlung geleistet. 

Heute arbeitet sie in Prag im Bereich E-Learning. Für ihre Entscheidung hagelte es in den sozialen Medien heftige Kritik.

Wegen Studienschulden: Frau floh ins Ausland

2017 machte Amanda Lynn Tully an der University of Oregon ihren Masterabschluss in Denkmalpflege. Laut eigener Aussage war sie "finanziell nie stabil" und hatte bereits als Jugendliche schwierige Zeiten durchlebt. Eine passende Anstellung zu finden, gestaltete sich alles andere als einfach. Wie The New York Post berichtet, wanderte sie rund ein Jahr später nach Prag aus, um ihren Studienschulden in Höhe von insgesamt 65.000 US-Dollar (circa 56.000 Euro) zu entkommen. 

Rückzahlungsrate von 51 Euro war "psychisch belastend"

Die US-Amerikanerin war sogar in einem einkommensabhängigen Rückzahlungsprogramm eingeschrieben, das nach 20 Jahren regelmäßiger Zahlungen den Erlass der Restschulden vorsieht. Doch selbst die monatliche Rate von etwa 51 Euro sei für sie "psychisch belastend" gewesen, berichtet die The New York Times. "Mit den Zahlungen konnten nicht einmal die Zinsen beglichen werden, das war frustrierend", erklärte sie. 

Den Umgang mit Geld habe sie nie erlernt: "Ich war nie finanziell abgesichert, weil mir nie beigebracht wurde, wie man finanziell abgesichert ist."

Welle an Kritik 

Berichte über Tullys Fall lösten in mehreren US-Medien eine Welle an Kritik bis hin zu Hassnachrichten aus. Nur vereinzelt gab es verständnisvolle Rückmeldungen. "Das ist nichts anderes als Ladendiebstahl. [...] Wer in ein anderes Land zieht, um einer monatlichen Zahlung von 60 Dollar zu entkommen, ist ein Versager", meinte eine X-Userin. Ein anderer kommentierte ein Bild von Tully, auf dem sie Kopfhörer der Marke Beats trägt, und kritisierte auf X: "Sie konnte sich keine 60 Dollar im Monat leisten, aber Beats by Dre schon."

Tully arbeitet heute in der tschechischen Hauptstadt als "E-Learning Content Developer" für diverse Firmen.

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