"Externer Angriff" in Halle? Bedrohlicher Sirenenalarm in Großstadt

Sirene an einer Metallstange im Freien
In der deutschen Stadt Halle (Saale) ertönten gegen 22 Uhr die Sirenen im ganzen Stadtgebiet. Die Verunsicherung war groß.

Am späten Abend des 10. Jänners kam es in der deutschen Stadt Halle (Saale) zu einem beunruhigenden Vorfall. Kurz nach 22 Uhr ertönten im gesamten Stadtgebiet für etwa 15 Minuten die Sirenen. Besonders alarmierend war eine wiederholte Warn-Durchsage auf Englisch, die zwischen dem Sirenengeheul zu hören war: "Active Shooter in progress, Lockdown!" ("Bewaffneter Angriff im Gange, Lockdown läuft"). 

Beunruhigender Sirenenalarm in Halle 

Eine Vorabmeldung über einen möglichen Probealarm hatte es nicht gegeben. Entsprechend groß waren Verunsicherung und Angst unter den Anrainern. Viele stellten sich die Frage, wer für den Alarm verantwortlich war und ob tatsächlich akute Gefahr bestanden hatte. 

Verunsicherung und Angst

Mehrere Bewohner filmten das Geschehen mit ihren Mobiltelefonen und veröffentlichten die Aufnahmen in sozialen Netzwerken. In den Kommentaren wurde die Verunsicherung deutlich spürbar. Dort hieß es etwa:
  • "Ich war zu Tode erschrocken!"
  • "Ja, das habe ich auch gehört, habe Angst bekommen"
  • "Das war echt gruselig"
  • "Ich fand es nicht lustig, es war ein unheimliches Gefühl"

Zunächst hieß es: Technischer Defekt als Ursache

Die Stadtverwaltung von Halle teilte noch am selben Abend unter anderem über Instagram mit, dass es sich um eine "Fehlauslösung aller betriebsfähigen Sirenen" gehandelt habe. Als Ursache wurde ein "technischer Defekt" genannt. Weiter hieß es: "Nach einer Prüfung der Lage durch die Feuerwehr konnte eine Alarmauslösung auf Grund einer Gefährdung ausgeschlossen werden. Es bestand und besteht keine Gefahr. Die Ursachenermittlung der Fehlauslösung läuft."

Hackerangriff wohl Auslöser für Sirenenalarm

Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse. In einer Pressekonferenz teilten Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt und Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Tobias Teschner, mit, man gehe "zum jetzigen Zeitpunkt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von einem externen Angriff" aus. 
Man könne nach derzeitiger Einschätzung ausschließen, dass der Alarm durch die Stadt Halle, das Land Sachsen-Anhalt oder den Bund ausgelöst worden sei. 

Die Stadtverwaltung habe Anzeige bei der Polizei erstattet, die Ermittlungen dauern an. Die Polizei prüft laut einem Bericht der Tagesschau derzeit die Möglichkeit eines Cyberangriffs, könne diese jedoch weder bestätigen noch ausschließen.

Terroranschlag in Halle vom 9. Oktober 2019

Der Sirenenalarm in Verbindung mit der Durchsage, die vor einem bewaffneten Schützen im Stadtgebiet warnte, dürfte bei vielen Bewohnern von Halle besonders sensible Erinnerungen geweckt haben. Die Stadt ist bis heute vo einem rechtsextremistischen und antisemitischen Anschlag geprägt, der sich am 9. Oktober 2019 ereignete. Ein bewaffneter Täter versuchte, die Synagoge in der Stadt zu stürmen. Zwar scheiterte an den verschlossenen Türen, erschoss jedoch zwei unbeteiligte Menschen. 

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