Vermisste Schiffe mit Hilfsgütern erreichten Kuba

Die Konvois "Nuestra América" waren tagelang ohne Funkkontakt unterwegs. "Ungünstige Wetterbedingungen" wurden als Grund angegeben.
Flüssiggas-Tanker

Zwei weitere Schiffe des Solidaritätskonvois Nuestra América (Unser Amerika) haben am Wochenende Kuba wohlbehalten erreicht. Die beiden Katamaran-Segelboote mit den Namen Friend Ship und Tigger Moth waren einige Tage ohne Funkkontakt unterwegs, weshalb Besorgnis über den Zustand und Verbleib der neunköpfigen Besatzung aufkam. Seit Donnerstag führte die mexikanische Marine eine Suchaktion durch. Die Schiffsbesatzungen sprachen hernach von "ungünstigen Wetterbedingungen".

Die Besatzungen der beiden Schiffe gaben laut dem auf Lateinamerika spezialisierten Internetportal "amerika21.de" an, dass "die Verzögerung ihrer Ankunft insbesondere auf widrige Winde" zurückzuführen war. 

Zuvor hatte ein Sprecher von Nuestra América darauf hingewiesen, dass die Kapitäne und Besatzungen der Katamarane erfahrene Seeleute seien und beide Schiffe mit den entsprechenden Sicherheitssystemen und Signalmitteln ausgestattet seien. Aufgrund der den kubanischen Seefahrtbehörden gemeldeten Geschwindigkeit seien die beiden Schiffe im Zeitplan. Ein mexikanisches Marineschiff eskortierte die Segelschiffe auf dem letzten Wegstück nach Kuba.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte vergangenen Woche erklärt, die Suche nach den beiden Schiffen werde intensiv fortgesetzt. Auch der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel vermeldete am Freitag: "Von unserem Land aus tun wir alles, um diese Kampfgefährten zu suchen und zu retten." 

Die mit Hilfsgütern beladenen Schiffe mit einer aus verschiedenen Nationen stammenden Besatzung hatten am vorletzten Freitag von der Isla Mujeres vor der Ostküste von Mexikos Halbinsel Yucatán abgelegt.

Mexikanische Marine sichtete vermisste Segelschiffe

Im Zuge der Luftsuchaktionen sichtete ein Persuader-Flugzeug der mexikanischen Marine am Freitag beide Segelschiffe etwa 80 Seemeilen (148 km) nordwestlich von Kuba. Es bestand wieder Funkkontakt zu beiden Katamaranen und die Besatzungen waren wohlauf, teilten die Organisatoren des Konvois am Samstag mit und dankten den mexikanischen und kubanischen Behörden für ihre Unterstützung, Koordination und Professionalität.

Das Flaggschiff des Nuestra-América-Konvois mit dem Namen Granma 2,0, ein umgebautes, motorisiertes Fischerboot, erreichte Havanna am Dienstag, nach vier Tagen auf See. An Bord befand sich der Großteil der humanitären Hilfsgüter, die im Rahmen dieser Solidaritätsinitiative mit Kuba gesammelt wurden, sowie 32 Besatzungsmitglieder aus zehn Ländern. 

Dem Schiff wurde der Name Granma 2,0 gegeben, um an die Überfahrt von Fidel Castro, Che Guevara und 80 weiteren Revolutionären zu erinnern, die 1956 ebenfalls von Yucatán aus nach Kuba gefahren waren, um dann dort die Revolution gegen die von den USA gestützte Diktatur Fulgencio Batista zu beginnen.

650 Aktivisten aus USA und Europa per Flugzeug nach Kuba

Im Rahmen der Solidaritätsinitiative Nuestra América hatten bereits am vergangenen Wochenende 650 Aktivisten aus den USA und Europa per Flugzeug Kuba erreicht, ebenfalls mit zahlreichen Hilfsgütern. Insgesamt habe der Konvoi "über 50 Tonnen materielle Hilfe aus allen Teilen der Welt" in Havanna übergeben, erklärte eine Teilnehmerin in einem Video.

Unterdessen ist auch eine weitere staatliche Solidaritätslieferung von Mexiko in Havanna eingetroffen. Die "Huasteco", ein Schiff der mexikanischen Marine, traf am Freitag mit 111 Tonnen Lebensmitteln und anderen Spenden mexikanischer Hilfsorganisationen in Havanna ein, wie das kubanische Fernsehen berichtete. 

Dies ist die vierte Lieferung humanitärer Hilfe, die die Regierung von Präsident Sheinbaum seit Mitte Februar an die Karibikinsel entsandt hat. Insgesamt wurden damit bereits über 3.000 Tonnen Hilfsgüter geliefert, darunter Milch, Fleischprodukte, Bohnen, Reis und Hygieneartikel.

Kubas Präsident dankte für Hilfe

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel bedankte sich für die Hilfe, die Kuba von Mexiko inmitten der aktuellen Krise erhalten hat. "Mexiko und die mexikanische Präsidentin können sich nicht vorstellen, wie viele Kubaner ihrer Präsidentin persönlich für alles danken möchten, was sie in dieser Zeit für Kuba getan hat", betonte Díaz-Canel in einem ausführlichen Interview mit der mexikanischen Zeitung "La Jornada" am Donnerstag.

Kommentare