© APA/AFP/ANDY BUCHANAN

Chronik Welt
09/23/2021

Schottland setzt im Kampf gegen Rauschgifttote auf Straffreiheit

Auch bei hartem Drogenkonsum wie Heroin, Kokain und Crystal Meth wird künftig verwarnt. Nur der Drogenhandel bleibt strafbar.

Schottische  Polizisten können künftig Menschen, die mit sogenannten Class-A-Drogen geschnappt werden, lediglich verwarnen anstatt sie strafrechtlich zu verfolgen,. Das teilte die schottische Generalstaatsanwältin Dorothy Bain vor Abgeordneten in Edinburgh mit. Sie betonte aber, dass Drogenhandel weiterhin strafbar sei. Die oppositionelle Konservative Partei kritisierte, die Maßnahme führe zu einer Entkriminalisierung.

Die meisten Drogentoten in Europa

2020 starben 1339 Menschen in Schottland an den Folgen ihres Drogenkonsums, so viele wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 25 Jahren. Im ersten Halbjahr 2021 waren es 722. Mit gut 21 Drogentoten pro 100 000 Einwohnern im Vorjahr hat der Landesteil die verheerendste Quote in ganz Europa. Sie liegt zudem dreieinhalb Mal höher als der Gesamtdurchschnitt des Vereinigten Königreichs.

Drogenmissbrauch ist seit dem Auftauchen von Heroin in den 1980er Jahren in Schottland weit stärker verbreitet als im Rest von Großbritannien. Forscher machen unter anderem Armut und Benachteiligung für die hohe Zahl an Konsumenten verantwortlich.

Kritik zurückgewiesen

Generalstaatsanwältin Bain wies Kritik zurück. "Es gibt keine allgemeingültige Reaktion auf eine Person, die im Besitz einer verbotenen Substanz ist, oder auf eine Person, die von Drogen abhängig ist“, sagte Bain. "Die am besten geeignete Reaktion, die klügste Reaktion in jedem Drogenfall, muss auf die Fakten und Umstände sowohl der mutmaßlichen Straftat als auch des Täters zugeschnitten sein.“


Bei Drogen der Kategorien „Class B“ - dazu gehört unter anderem Cannabis - und „Class C“ - zum Beispiel Rohypnol oder Valium - ist bereits eine Verwarnung statt strafrechtlicher Verfolgung möglich.

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