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Chronik Welt
12/23/2021

Roman Abramowitsch ist jetzt Portugiese

Der russische Oligarch nutzte offenbar das portugiesische Rückkehrgesetz für Juden sephardischer Abstammung.

Im November konnte er sich vor Gericht erfolgreich gegen die Behauptung wehren, er habe den Fußball-Spitzenclub Chelsea auf Geheiß des russischen Präsidenten Wladimir Putin übernommen, jetzt schaffte es Roman Abramowitsch, die portugiesische Staatsbürgerschaft zu bekommen.

Wie die Jerusalem Post berichtet, habe der russische Oligarch das portugiesische Rückkehrgesetz für Juden sephardischer Abstammung als Möglichkeit genutzt. Die Sepharden sind Juden, die bis zu ihrer Vertreibung Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts auf der iberischen Halbinsel lebten. Der 55-jährige Abramowitsch habe seine Familiengeschichte eingehend recherchiert und dabei herausgefunden, dass sein Familienstammbaum bis nach Portugal zurückreicht. Seine jüdischen Vorfahren seien damals ausgewiesen worden und anschließend nach Hamburg gegangen.

Ein Selbststudium reicht laut der Jerusalem Post freilich nicht aus, um sich für den portugiesischen Pass zu qualifizieren. Anträge würden durch Experten geprüft, außerdem müsse ein Interesse an der sephardischen Kultur nachgewiesen werden. Das regelte Abramowitsch durch Spenden: Der Jüdischen Gemeinde Porto habe er demnach Geld für entsprechende Projekte gegeben. Auch in Russland unterstützt er jüdische Projekte.

Es ist nicht der erste Staatenwechsel für Abramowitsch. 2018 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft. Zuvor hatte er Probleme mit der Verlängerung seines britischen Visums: Nach dem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter kündigte die britische Regierung an, Langzeitvisa von wohlhabenden Russen zu überprüfen. Abramowitsch umging dies: Als Kind jüdischer Eltern hat er Anspruch auf den israelischen Pass. Als israelischer Staatsbürger benötigt er kein Visum mehr.

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