Taucherdrama auf den Malediven: Zwei vermisste Italiener geborgen
Zusammenfassung
- Ein Rettungstaucher der maledivischen Streitkräfte starb bei der Bergung vermisster italienischer Taucher nach einem Schwächeanfall unter Wasser.
- Der Tod des Tauchers, vermutlich durch Dekompressionskrankheit verursacht, führte zum Abbruch der weiteren Suchaktionen.
- Bisher wurde nur eine Leiche der fünf verunglückten italienischen Taucher geborgen, die Bergung der übrigen wird durch schlechtes Wetter erschwert.
Bei der Bergung der Leichen von fünf italienischen Tauchern, die am vergangenen Donnerstag bei einem Unfall in einer Unterwasserhöhle auf den Malediven ums Leben gekommen sind, sind bis Dienstag weitere zwei Tote an die Oberfläche gebracht worden. Die Einsatzkräfte wollen die Arbeiten am Mittwoch fortsetzen und die übrigen beiden Toten bergen. Aufgrund der schwierigen Bedingungen wird die Operation als riskant und langwierig eingestuft.
Bei den Opfern handelt es sich um eine aus Genua stammende Meeresbiologin und ihre 22-jährige Tochter, weiters eine Forscherin (31) und einen Taucher (31). Die vier waren nach einem Tauchgang nahe der Insel Alimathaa am Donnerstag nicht zurückgekehrt. Die Leiche des fünften Opfers, eines aus Padua stammenden Tauchlehrers, war bereits am Freitag geborgen worden. Vier der Verstorbenen wurden im tiefsten Abschnitt der komplexen Höhlenstruktur lokalisiert, die auch als "Höhle der Haie" bekannt ist.
Rettungstaucher kam ums Leben
Bei der Suchaktion am Wochenende kam ein Rettungstaucher aus den Malediven ums Leben. Der Mann erlitt während des Tauchgangs einen Schwächeanfall. Er starb trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen in einem Spital.
Der Tod soll durch die Dekompressionskrankheit verursacht worden sein, bei der sich Gasblasen - meist Stickstoff - im Blut und Gewebe bilden. "Es ist eine traurige und erschütternde Nachricht", erklärte der maledivische Präsident Mohamed Muizzu und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Auch der italienische Außenminister Antonio Tajani sandte seinem maledivischen Amtskollegen eine Botschaft der Anteilnahme.
Malediven beliebtes Urlaubsziel für ausländische Touristen
Die Malediven sind ein kleiner Inselstaat im Indischen Ozean südwestlich von Sri Lanka. Die Inseln des Archipels ziehen mit idyllischen weißen Sandstränden viele internationale Urlauber an. Auch für Schnorchler und Taucher aus dem Ausland sind die Malediven und ihre Korallenriffe ein beliebtes Ziel.
Nach Angaben des Außenministeriums erkundeten die Italiener eine Höhle mit mehreren Kammern, die durch schmale Gänge verbunden sind, in etwa 50 Metern Tiefe. Medienberichten zufolge durfte die Gruppe aber nur in etwa 30 Metern Tiefe tauchen. Für tiefere Tauchgänge ist auf den Malediven eine spezielle Genehmigung nötig, die die Tauchergruppe offenbar nicht hatte.
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