Was es mit Brigitte Macrons Ohrfeige für den Gatten auf sich hatte
Brigitte Macrons Hand im Gesicht ihres Ehemannes Emmanuel Macron: Der Präsident sagte später, es sei nur ein liebevoller Klaps gewesen, während andere Augenzeugen eine "Ohrfeige" gesehen haben wollen.
Es war eine kurze Szene im Mai 2025, die ein ganz anderes Bild von Frankreichs Präsidentenpaar zeigte als jenes, das sonst öffentlich sichtbar wird. Der Regierungsflieger war gerade in Hanoi gelandet. Hinter der sich öffnenden Tür erschien Emmanuel Macron seiner Frau zugewandt, die ihm eine Ohrfeige verpasste. Als er bemerkte, dass man sie vom Flugfeld aus sah, nahm er rasch Haltung an und setzte ein unnatürliches Lächeln auf. Beim Herabsteigen der Treppe streckte er seine Hand nach Brigitte Macron aus, um ihr zu helfen. Doch sie nahm sie nicht.
Das Video ging viral und zog viele Spekulationen nach sich: Erlebten die Macrons eine Ehekrise? Was hatte den Disput der sonst stets so strahlend auftretenden Eheleute ausgelöst?
Florian Tardif, Journalist bei der Illustrierten „Paris Match“, glaubt die Antworten zu kennen und enthüllte sie nun in seinem neuen Buch „Ein (fast) perfektes Paar“. Demnach habe Brigitte Macron eine SMS-Nachricht der iranischen Schauspielerin Golshifteh Farahani an ihren Mann gesehen und sei eifersüchtig geworden.
Die im Exil in Frankreich lebende Schauspielerin Golshifteh Farahani
Das Umfeld der First Lady wies den Bericht zurück – sie blicke nie in das Telefon ihres Mannes.
„Platonische Beziehung“
Neu ist das Gerücht, der französische Staatschef und die in Frankreich im Exil lebende Künstlerin hätten eine Liaison, nicht. Farahani selbst dementierte es vor einem Jahr. „Manchen Menschen fehlt es an Liebe und sie müssen solche Romanzen erfinden, um diese Leerstelle zu füllen“, sagte die 42-Jährige damals. In seinem Buch definiert Tardif das Verhältnis als „platonische Beziehung“.
Konkrete Quellen für seine Behauptung nennt der Journalist nicht, aber sie verschafft seinem Buch viel Aufmerksamkeit. Seit Macrons Amtsantritt 2017 hat er ihn und seine Frau begleitet, mit rund einem Dutzend Personen aus ihrem Umfeld gesprochen.
Trotz der angeblichen Eifersuchts-Szene zeichnet er das Bild eines soliden, stark verbundenen Paares: „Man kann Emmanuel nicht verstehen, ohne Brigitte zu kennen. Und umgekehrt.“ Kennengelernt haben sie sich noch zu Macrons Schulzeit, als sie seine Lehrerin in der Theatergruppe war. Mehr als 24 Jahre trennen die beiden.
Seine Frau müsse im Élysée-Palast glücklich sein, soll Macron nach seiner Wahl ihrem damaligen Büroleiter Pierre-Olivier Costa gesagt haben: „Wenn sie sich langweilt oder sich unnütz fühlt, werde ich nicht durchhalten. Und ich werde dieses Mandat in den Sand setzen.“ Noch 2016 sagte er öffentlich, er werde nicht kandidieren, wenn sie das nicht wolle.
„Ein perfektes Paar“
Wie viel ihr das Leben im Élysée-Palast dann abverlangte, räumte die 73-Jährige vor kurzem gegenüber der Zeitung „La Tribune Dimanche“ ein. „Ich erlebe Momente von Pessimismus, wie ich sie nie vorher gekannt habe.“ Sie habe die „Finsternis, Dummheit, Bösartigkeit der Welt“ erfahren, sagte Brigitte Macron in Anspielung auf jene Personen, die ihr unterstellen, sie sei eigentlich als Mann geboren. Konsequent geht sie gerichtlich dagegen vor.
Ihr Einfluss hatte Tardif zufolge immer wieder konkrete politische Folgen. So bewirkte sie während der Corona-Pandemie 2020 gegen die Meinung vieler Experten, dass die Schulen in Frankreich nach wenigen Wochen Lockdown wieder öffneten.
Beim Abflug aus Hanoi, Ende Mai 2025, vermittelten die Macrons ein betont harmonisches Bild
Wer sich dem Präsidenten nähern will, geht den Weg über sie – Brigitte Macron hat mehr als eine Ministerkarriere in Gang gebracht. Andersherum soll sie dafür gesorgt haben, dass hier eine Praktikantin, dort eine Beraterin aus dem Umfeld ihres Mannes verschwanden, weil sie laut dem Enthüllungsbuch wisse, dass er „Objekt von Verführungsversuchen“ werden könne.
An einer Stelle beschreibt Tardif eine Szene am Abend der Europawahlen 2024, bei denen Macrons Partei abgestraft wurde. Das Paar wurde dabei beobachtet, wie er „in den Armen seiner Frau zusammenbrach“. Sie packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn.
Aus den Beschreibungen scheinen die verletzlichen und dadurch menschlichen Seiten des 48-Jährigen auf. Von Macron heißt es, er kämpfe sehr mit Entscheidungen, sei ständig am Zweifeln, leide zudem am „Syndrom des Einser-Schülers“: „Er muss immer alles wissen, alles verstehen, bevor er sich zu etwas äußert.“ Das bewahre ihn nicht vor Hochmut und dem Wunsch, stets alle Fäden in der Hand zu behalten.
Seine Frau wiederum sei manchmal sehr direkt, ja hart zu ihm. „Die beiden wurden wie ein perfektes Paar präsentiert“, sagt der Buchautor. Er habe wissen wollen, was hinter dem Hochglanz-Image steckte. Der Blick hinter die Kulissen zeigte vor allem eins: Brigitte und Emmanuel Macron sind ein fast normales Paar, das Höhen und Tiefen durchlebt wie alle anderen auch.
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