London: Antisemitischer Brandanschlag, auch Explosionen

Vier Krankenwagen des Rettungsdienstes der jüdischen Gemeinde wurden laut Polizei in Brand gesetzt. Festnahmen gibt es bisher keine.
Ein Mann mit Kippa und Pappbecher steht vor einem Feuerwehrfahrzeug, das von Polizeiabsperrband umgeben ist.

Nach einem Feuer im Londoner Bezirk Barnet ermittelt die Polizei wegen des Verdachts eines antisemitisch motivierten Brandanschlags. Vier Krankenwagen des Rettungsdienstes der jüdischen Gemeinde wurden laut Polizei in Brand gesetzt. Der Vorfall werde als antisemitisches Hassverbrechen behandelt. Festnahmen gab es zunächst keine. 

Die Einsatzkräfte waren in der Nacht auf Montag zu dem Brand im Vorort Golders Green gerufen, wo viele Menschen jüdischen Glaubens leben.

Vorsorglich wurden mehrere Häuser evakuiert. Verletzte gebe es keine, die Feuer seien gelöscht, hieß es. Derzeit gehe man von drei Tatverdächtigen aus, sagte die leitende Polizeibeamtin Sarah Jackson. Die zerstörten Fahrzeuge gehörten der Organisation Hatzola. Dabei handelt es sich um einen gemeinnützigen Freiwilligendienst, der bei medizinischen Notfällen ausrückt.

Mehrere ausgebrannte Fahrzeuge und ein beschädigter Krankenwagen stehen neben einem Wohnhaus, Feuerwehr und Rettungskräfte sind vor Ort.

Die Feuerwehr berichtete, mehrere Gasflaschen an den Fahrzeugen seien explodiert und dadurch in einem benachbarten Wohnblock Fenster zerbrochen. 40 Feuerwehrleute waren vor Ort. Auch die Polizei erklärte, man habe von Explosionen gehört und gehe davon aus, dass diese durch die Gasflaschen verursacht worden seien.

Derzeit werte man Material von Überwachungskameras aus, sagte Jackson. Zudem wisse man von Online-Videos. "Wir sind uns bewusst, dass dies in der örtlichen Bevölkerung große Besorgnis auslösen wird", sagte sie mit Blick auf den Anschlag. Man werde zusätzliche Streifen in der Gegend einsetzen. Die Polizei bat um Zeugenhinweise.

Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Attacke scharf. "Dies ist ein zutiefst schockierender antisemitischer Brandanschlag", erklärte Starmer auf der Kurznachrichtenplattform X. Seine Gedanken seien bei der jüdischen Gemeinde, die an diesem Morgen mit dieser schrecklichen Nachricht aufwache. Antisemitismus habe keinen Platz in der Gesellschaft.

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