USA: 5-jähriger inhaftiert, Richter stoppt vorerst Abschiebung
Zusammenfassung
- Ein fünfjähriger Junge und sein Vater werden nach Festnahme durch die US-Einwanderungsbehörde ICE weiterhin in Texas festgehalten, was Proteste auslöst.
- Ein Gericht hat die Abschiebung der beiden untersagt, solange ihr Widerspruch gegen die Inhaftierung läuft.
- Der demokratische Abgeordnete Joaquin Castro fordert die sofortige Freilassung und betont, dass die Familie legal eingereist ist und kein Kind so inhaftiert werden sollte.
Die Inhaftierung eines Fünfjährigen und seines Vaters durch die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE sorgt weiter für Empörung. Ein Kongressabgeordneter der Demokraten, Joaquin Castro, forderte bei einem Besuch der Inhaftierten in der Haftanstalt Dilley in Texas am Mittwoch deren sofortige Freilassung. Der Vater habe ihm gesagt, dass der Bub "depressiv und traurig" sei. "Ich mache mir Sorgen um seine psychische Gesundheit," sagte Castro in einem Video im Onlinedienst X.
Proteste flauen nicht ab
Der fünfjährige Liam Conejo Ramos und sein Vater Adrian Conejo Arias, der als Asylbewerber aus Ecuador in die USA gekommen war, waren am 20. Jänner in Minnesota von ICE-Einsatzkräften festgenommen und danach in die Haftanstalt nach Texas gebracht worden. Seither ebbt der Protest dagegen nicht ab. Auch am Mittwoch demonstrierten vor der Haftanstalt in Texas rund hundert Menschen, die Polizei setzte Tränengas ein.
Liam Conejo Ramos
Abschiebung untersagt
Ein Gericht in Texas hatte zuvor bereits die Abschiebung der beiden untersagt, solange deren Widerspruch gegen die Inhaftierung läuft. Der Abgeordnete Castro sagte nun, er habe in der Haftanstalt "jedem klar gesagt, dass das Land gegen das ist, was abläuft, dass Liam freigelassen werden muss (...) und dass kein fünf Jahre altes Kind so in Haft sein sollte".
Die Familie des Kindes sei "legal" in die USA gekommen und habe Asyl beantragt. Mit Blick auf die Haftanstalt Dilley und entsprechende Äußerungen von US-Präsident Donald Trump hob er hervor: "Es gibt keine Kriminellen in Dilley."
Trump sage, es gehe um die Inhaftierung von "illegalen kriminellen Ausländern - das ist seine Sprache. Es gibt dort nicht einen einzigen Kriminellen."
"Körperlich in keiner Notlage"
Laut HuffPost soll sich Liam Conejo Ramos, Vorschüler der Columbia Heights, allerdings in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung befinden. "Er ist krank. Mir wurde gesagt, dass er Fieber hat. Deshalb mache ich mir große Sorgen um sein Wohlergehen in dieser Einrichtung", erklärte die Schulleiterin Zena Stenvik. Auch die Mutter des Fünfjährigen sagte Anfang der Woche gegenüber Medien, dass ihr Sohn über Bauchschmerzen klage, weshalb er erbreche. "Er hat Fieber und will nichts mehr essen", so die Mutter.
Der Kongressabgeordnete Joaquin Castro teilte auf X ein Foto von seinem Besuch der Haftanstalt Dilley. Auf dem Bild ist der schlafende Liam Conejo Ramos in den Armen seines Vaters zu sehen. Er sagte, dass sich der Fünfjährige "körperlich in keiner Notlage oder Ähnlichem" befinde. Castro teilte das Foto von Liam Conejo Ramos allerdings, um seinen Zustand zu zeigen. Laut dem Vater sei der Bub traurig und schlafe sehr viel.
Kommentare