Mordverdacht in Italien: 2 Frauen mit Rizin vergiftet
Zusammenfassung
- Nach dem Tod einer Mutter und ihrer Tochter in Süditalien wird nun wegen Doppelmordverdachts ermittelt, nicht mehr wegen Lebensmittelvergiftung.
- Blutanalysen ergaben, dass beide Opfer mit dem hochgiftigen Stoff Rizin vergiftet wurden, was auf eine geplante Tat hindeutet.
- Die Ermittlungen konzentrieren sich auf das familiäre Umfeld und die Identifizierung des Täters; das Haus der Opfer wurde abgesperrt.
Die Ärzte waren von einer Lebensmittelvergiftung nach den Weihnachtsfeiertagen ausgegangen. Doch Ermittlungen ergeben jetzt einen ganz anderen Verdacht: Eine 50-jährige Frau und ihre 15-jährige Tochter aus der süditalienischen Provinz Campobasso sind demnach nicht an einer Fischvergiftung beim Weihnachtsessen gestorben. Sie sollen vorsätzlich getötet worden sein.
Mutter und Tochter waren kurz nach den Feiertagen im Krankenhaus in Campobasso verstorben. Deswegen waren Ermittlungen gegen fünf Ärzte des Krankenhauses aufgenommen worden. Nun wurde ein neues Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts des zweifachen vorsätzlichen Mordes eingeleitet.
Rizin-Spuren in Blutanalysen nachgewiesen
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden beide Frauen in ihrem Haus in Pietracatella in der Provinz Campobasso mit Rizin vergiftet. Spuren des hochgiftigen Stoffs seien in Blutanalysen nachgewiesen worden, die sowohl in Italien als auch in spezialisierten Laboren im Ausland durchgeführt worden sind. Die Substanz wurde laut den Ermittlern im Blut sowie in den Haaren der Toten nachgewiesen. Die Analysen wurden im Antigiftzentrum in der Stadt Pavia sowie in einem spezialisierten Labor in der Schweiz durchgeführt.
Rizin ist ein hochgiftiger, natürlicher Stoff, der in den Samen der Rizinuspflanze enthalten ist. Es handelt sich um ein Protein, das die Zellfunktion blockiert und zum Absterben von Zellen führt, wodurch schwere Schäden an lebenswichtigen Organen entstehen. Die Ermittler rekonstruieren derzeit die letzten Stunden der beiden Opfer in ihrem Wohnhaus. Dabei werden sämtliche mögliche Motive geprüft, darunter persönliche Beziehungen, das soziale Umfeld sowie eventuelle Konflikte. Ermittelt wird im familiären Umfeld der Toten.
Da Rizin nicht frei verfügbar ist und spezielles Wissen zu seiner Herstellung erfordert, gehen die Behörden von einer geplanten Tat aus. Die Ermittlungen dauern an. Sie konzentrieren sich nun darauf, den Verantwortlichen für die Vergiftung zu identifizieren und die genauen Umstände der Tat zu klären. Das Haus der Opfer wurde für Untersuchungen abgesperrt.
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