Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Kein Deutsch, kein Eintritt: Umstrittene Regel im Schwimmbad

Eine Kleinkind-Rettung gilt als Anlass für die "Deutsch-Regel". Kurz vor den Wahlen liefert die Causa auch politischen Zündstoff.
Viele Personen im Pool.

Zusammenfassung

  • Das Heidebad in Halle lässt Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse aus Sicherheitsgründen nicht mehr ein, nachdem ein Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet werden musste.
  • Laut Geschäftsführer Mathias Nobel soll so sichergestellt werden, dass Badegäste die Regeln verstehen, auf Rettungsschwimmer reagieren können und das Personal entlastet wird.
  • Die umstrittene Regel stößt auf Kritik und könnte wegen der Themen Sicherheit, Integration und mögliche Diskriminierung politische Debatten auslösen.

Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse werden in ein Schwimmbad in Halle (Sachsen-Anhalt) in Deutschland nicht mehr eingelassen. "Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können", sagt der Geschäftsführer des Heidebades in Halle, Mathias Nobel, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde. Es gehe vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am Wasser verhalten müssten. Für seine Entscheidung sei er auch kritisiert worden. "Wir bleiben da aber konsequent."

Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet

Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei auch am Einlass des Bades so viel los, dass eine neue Regelung habe gefunden werden müssen - ergänzend zu den Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad zu finden sind, so der Geschäftsführer. Seit die neue Einlassregel vor wenigen Tagen eingeführt worden sei, seien vereinzelt Menschen nicht eingelassen worden.

Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel - selbst Rettungsschwimmer - musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. "Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich."

Einlassregel könnte sich zum Politikum entwickeln

Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten. Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme zum Beispiel eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel.

Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, so der Chef des Heidebades. "Mein Personal ist so schon an der Grenze."

Das könnte sich wenige Wochen vor den Wahlen in Deutschland zu einem Politikum entwickeln. Die neue Einlassregel berührt sensible Themen wie Integration, Sicherheit und mögliche Diskriminierung und dürfte daher auch politische Debatten auslösen.

Kommentare