Rapper Sido bei der Verleihung des 1Live-Awards 2019

© EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Chronik Welt
04/01/2021

Kaperten Corona-Leugner Frequenz eines deutschen Radiosenders?

Normalprogramm von "1Live" mehrmals unterbrochen - für düstere Corona-Propaganda. Die Kripo ermittelt.

Christian Ehler, 33, aus Ahaus (Nordrhein-Westfalen) traute seinen Ohren nicht, als er am Dienstag vom Bäcker wieder zu seinem Geländewagen kam. Denn als er das Autoradio einschaltete, wurde das Programm des Senders "1Live", der zum Westdeutschen Rundfunk gehört, unterbrochen und aus den Lautsprechern drang eine düstere Frauenstimme. Sie erinnerte den 33-Jährigen an eine Computerstimme - und die Message an Parolen der Corona-Leugner.

"Wann stellt ihr die richtigen Fragen?"

„Die Grippe ist plötzlich verschwunden, plötzlich gibt es Corona. Wann stellt ihr die richtigen Fragen?“ Das berichtet die "Bildzeitung". Nach 1:08 Minuten brach die Stimme ab, eine Moderatorin von "1Live" wart wieder zu hören.

Zum ersten Mal hörte der IT-Techniker die seltsame Stimme bereits in der Vorwoche aus seinem Autoradio, dann vergangenen Montag und jetzt eben auch am Tag darauf.  „Aber in den beiden ersten Fällen war es nur kurz, ich hörte nur einige Wörter und dachte, das war eine Funkstörung.“ Doch schon einen Tag später war ihm klar, dass hier etwas faul ist.

"Frequenzpiraten"

Tatsächlich hat laut "Bild" die deutsche Bundesnetzagentur bereits mehrere Hinweise auf Störungen des Radioprogrammes des WDR im Raum Ahaus. Ein WDR-Sprecher zum deutschen Massenblatt: "Es gehen Meldungen bei ,1Live' ein, dass die Frequenz gekapert wurde. Der WDR hat umgehend die Bundesnetzagentur informiert." Hörer hätten den Sender über die Hotline und über soziale Medien davon in Kenntnis gesetzt.

Diese „Frequenzpiraten“ zu finden, kann schwierig sein und dauern. „Eine fremde Aktivität auf der Frequenz ist noch kein Hinweis auf die Störung“, sagt der Sprecher der Bundesnetzagentur. Beispielsweise ist derzeit noch unklar, ob die Störer einen mobilen oder einen festen Sender benutzen. „Auch wissen wir bisher nicht, ob die Störung von deutschem Hoheitsgebiet oder vom Ausland ausgeht.“

Die Kriminalpolizei wurde eingeschaltet und prüft derzeit eine strafrechtliche Relevanz.

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