Chronik | Welt
02.11.2018

In Fluss gestürzt: Streit mit Busfahrer forderte 13 Tote

Eine unzufriedene Passagierin verursachte in China einen folgenschweren Unfall mit zahlreichen Toten.

Ein Handgemenge zwischen einem Busfahrer und einer Passagierin hat in China zu einem tödlichen Verkehrsunfall geführt, bei dem mindestens 13 Menschen gestorben sind. Wie am Freitag von der Polizei veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen, schlug die Frau den Busfahrer mit einem Gegenstand auf den Kopf, woraufhin dieser mit einer Hand zurückschlug.

Als die Frau ein weiteres Mal ausholte, riss der Fahrer das Lenkrad nach links. Der Bus geriet in den entgegenkommenden Verkehr, rammte ein Auto, durchbrach die Brüstung einer Brücke und stürzte in den Fluss Jangtse.

Nach Angaben der Polizei konnten 13 Leichen aus dem Fluss geborgen werden, zwei weitere Menschen wurden vermisst. Der Unfall ereignete sich demnach bereits am Sonntag in der südwestchinesischen Stadt Chongqing.

Weigerung zu halten

Ausgelöst wurde das Unglück laut Polizei durch die Weigerung des Busfahrers, außerplanmäßig zu halten. Demnach hatte die 48-jährige Frau ihre Haltestelle verpasst und den Fahrer gebeten, für sie zu stoppen. Als der Chauffeur sich geweigert habe, hätten die beiden angefangen zu schreien und sich unflätig beschimpft, erklärte die Polizei im Online-Dienst Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter.

Bei der Suche nach den verunglückten Insassen und dem Bus wurden mehr als 70 Boote sowie Taucher und Unterwasserroboter eingesetzt. "15 Leben waren im Nu ausgelöscht - die Lektionen daraus sind sehr schmerzvoll", erklärte die Polizei.

Tödliche Verkehrsunfälle sind keine Seltenheit in China, da die Straßenverkehrsvorschriften oft ignoriert werden. Im Jahr 2015 kamen dabei nach offiziellen Angaben 58.000 Menschen ums Leben. Zu 90 Prozent waren Verstöße gegen die Verkehrsregeln der Grund.