Höhlendrama in Laos: Neue Hoffnung für zwei vermisste Goldsucher
Zusammenfassung
- Retter entdecken einen neuen Zugang zum Höhlensystem in Laos, wo zwei Goldsucher weiterhin vermisst werden.
- Ungewöhnliche Geräusche aus der Tiefe geben Hoffnung, während heftige Monsunregen die Rettungsarbeiten erschweren.
- Fünf der sieben eingeschlossenen Männer konnten bereits gerettet werden, die Suche nach den beiden Vermissten konzentriert sich auf einen schwer zugänglichen Bereich.
Im Höhlendrama von Laos gibt es offenbar neue Hoffnung für zwei weiterhin vermisste Goldsucher. Retter haben einen bisher unbekannten Zugang zu dem Höhlensystem entdeckt, in dem die Männer vermutet werden.
Der australische Höhlentaucher Josh Richards sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe gemeinsam mit Soldaten und dem französischen Höhlenexperten Robin Cuesta nach einem anstrengenden Marsch durch dicht bewaldetes Gelände eine weitere Öffnung im Berg gefunden.
Die Hoffnung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Neue heftige Monsunregenfälle erschweren die Arbeiten in der abgelegenen Bergregion der Provinz Xaisomboun. Die Wassermassen hatten vor fast zwei Wochen große Teile des Höhlensystems geflutet und sieben Männer unter Tage eingeschlossen.
Fünf von ihnen konnten inzwischen gerettet werden. Nachdem Spezialisten am Freitagabend einen ersten Goldsucher aus der Höhle gebracht hatten, schafften es die vier übrigen Männer einen Tag später überraschend aus eigener Kraft ins Freie. Von zwei Vermissten fehlt aber noch jede Spur – es gibt den Rettern zufolge aber eine Vermutung, wo sie sein könnten.
Geräusche aus der Tiefe
Richards erklärte, er habe sich bereits am Sonntag durch eine enge Öffnung in den frisch entdeckten Zugang fast vertikal in die Tiefe abgeseilt, um die Umgebung zu erkunden. Dabei stieß er auf ein weiteres Loch, das möglicherweise rund 100 Meter tief in die Nähe jener Kammer führen könnte, in der die beiden Vermissten vermutet werden. Ob tatsächlich eine Verbindung besteht, ist bisher unklar.
Besonders bemerkenswert: Während seiner Erkundung habe er mit einem Hammer wiederholt gegen das Gestein geschlagen. Aus der Tiefe seien daraufhin Geräusche zurückgekommen. "Es ist nicht klar, ob das ein Tier war oder etwas anderes, aber auf jeden Fall kommen von da unten ungewöhnliche Geräusche." Er fügte hinzu: "Das wird ein großer Tag für uns alle."
Ursprünglich hatten die Einsatzkräfte erwogen, tauchend hinter jene Kammer vorzudringen, in der die fünf Überlebenden entdeckt worden waren. Doch dieser Weg gilt als extrem gefährlich und beinhaltet klaustrophobisch enge Tunnel. "Es ist großartig, dass wir einen anderen Zugang gefunden haben", sagte Richards. Der bisher geplante Weg sei "furchteinflößend" und mache vielen Beteiligten große Angst.
Wunder von Laos
Auf der Suche nach Gold waren sieben Dorfbewohner am 20. Mai in die weitverzweigte Höhle in einer abgelegenen Gegend von Xaysomboun im Zentrum des Landes hinabgestiegen. Bei einer Sturzflut drang Wasser ein und schnitt ihnen den Rückweg ab. Helfer hatten seitdem unablässig Wasser abgepumpt, um Rettern den Zugang zu ermöglichen.
Am Freitag konnte ein erster Mann aus dem Höhlensystem gerettet werden. Am Samstag kamen vier weitere Männer aus eigener Kraft frei, nachdem Taucher sie mit Essen versorgt hatten und der Wasserstand tief genug gesunken war. Die fünf Überlebenden wurden ins Krankenhaus gebracht. Einem Radiosender berichteten sie von ihrer Gefangenschaft unter Tage. Demnach hatte sich Verzweiflung bei den Männern breit gemacht. "Ich habe gesagt, wenn keine Taucher zur Hilfe kommen, ist unsere Überlebenschance gleich null. Wir haben nur darauf gewartet zu sterben", berichtete einer der Überlebenden.
Ein weiterer Geretteter sagte, die beiden noch vermissten Männer seien weiter als alle anderen in das Höhlensystem hinabgestiegen. Nach Angaben des japanischen Tauchers Yoshitaka Isaji konzentriert sich die Suche nach den letzten beiden Goldsuchern auf einen Bereich, der durch eine enge, überschwemmte Passage von dem Aufenthaltsort der übrigen fünf abgeschnitten ist.
"Dieser überschwemmte Durchgang ist extrem eng und praktisch unpassierbar", erklärte Isaji in Onlinediensten. "Stellen Sie sich den Raum so eng wie eine Schublade vor." Wegen des schlammigen Wassers sei die Sicht zudem "gleich null". Die Helfer pumpten daher vorerst weiter Wasser ab. Ein Tauchgang sei angesichts der enormen Gefahren "der letzte Ausweg".
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