Aftermath of floods in Dili

© EPA / ANTONIO DASIPARU

Chronik Welt
04/06/2021

Hochwasser forderte mehr als 100 Tote in Indonesien und Osttimor

Dutzende Menschen vermisst - EU sagte Hilfe zu

Heftige Regenf√§lle haben in Indonesien und Osttimor am Wochenende √úberschwemmungen ausgel√∂st und mehr als hundert Menschen den Tod gebracht. Die Zahl der Toten durch die Erdrutsche und Fluten in beiden L√§ndern stieg am Montag auf 113, dutzende weitere Menschen wurden vermisst. Am Montag erfassten orkanartige St√ľrme und weitere Regenschauer die Inselgruppen.

In Indonesien kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Montag mindestens 86 Menschen ums Leben, weitere 70 werden vermisst. In Osttimor wurden nach Behördenangaben bisher 27 Tote gemeldet, die meisten davon in der Hauptstadt Dili. Dutzende Menschen wurden noch vermisst. Schlamm und das anhaltend schlechte Wetter behinderten die Rettungsarbeiten.

In Dili wurden zahlreiche Stra√üen √ľberschwemmt, die Fassade des Pr√§sidentenpalastes war mit Schlamm bedeckt. Unter denen, die durch die Katastrophe obdachlos wurden, war auch die vierfache Mutter Epifania Gomes, die mit ihrer Familie bei einer Kirche in der N√§he von Dili Schutz suchte. "Es ist schwer, sauberes Wasser zu finden. Wir konnten nicht baden, es gibt keine Dusche oder Toilette", sagte sie.

"Erhebliche zusätzliche Belastung"

Die Europ√§ische Union sagte dem verarmten Osttimor indessen ihre Unterst√ľtzung zu. Die heftigen √úberschwemmungen k√§men zu einer Zeit, in der das Land "hart daran arbeitet, die Ausbreitung von Covid-19 in der Bev√∂lkerung einzud√§mmen", erkl√§rte Br√ľssel. Dies stelle eine "erhebliche zus√§tzliche Belastung" f√ľr die Bev√∂lkerung dar.

Auf der indonesischen Insel Flores versanken kleine Ortschaften regelrecht im Schlamm, B√§ume wurden entwurzelt und H√§user standen unter Wasser. Auf Bildern der indonesischen Rettungskr√§fte waren Helfer zu sehen, die schlammbedeckte Leichen bargen. Auf der Insel Lembata wurden ganze Teile von D√∂rfern durch Schlammlawinen einen Berghang hinuntergerissen. Tausende Menschen flohen in Notunterk√ľnfte.

Der indonesische Pr√§sident Joko Widodo dr√ľckte den Betroffenen in einer landesweiten Ansprache sein "tiefstes Beileid" aus. Auch am Dienstag werden weitere Regenf√§lle erwartet, wie die Beh√∂rden mitteilten. Vor der K√ľste Indonesiens seien die Wellen angesichts der starken Winde bis zu sechs Meter hoch, meldete die Katastrophenschutzbeh√∂rde.

Die s√ľdostasiatischen Inselgruppen werden w√§hrend der Regenzeit immer wieder von verheerenden Erdrutschen und Sturzfluten heimgesucht. Erst im J√§nner waren bei Sturzfluten in der indonesischen Stadt Sumedang auf der Insel Java 40 Menschen gestorben. Nach Angaben der Katastrophenschutzbeh√∂rde leben etwa 125 Millionen Indonesier in erdrutschgef√§hrdeten Gebieten. Dies entspricht fast der H√§lfte der Bev√∂lkerung des Inselstaats.

People stand near roads damaged by floods after heavy rains in Dili

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