Funkstille: Panne legte griechische Flughäfen lahm

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Am Sonntag wurde der Flugverkehr in Griechenland wegen einer technischen Panne fast vollständig zum Erliegen gebracht.

Zusammenfassung

  • Flugverkehr in Griechenland läuft nach technischer Panne wieder weitgehend normal, Ursache wird noch untersucht.
  • Ein Funkmast-Ausfall legte am Sonntag die Kommunikation der Fluglotsen lahm, alle Flüge wurden umgeleitet, Cyberangriff wird ausgeschlossen.
  • Passagiere und Airlines haben Anspruch auf Entschädigung, Modernisierung der Systeme bis 2028 geplant.

Funkstille im Tower - dieses Horrorszenario haben griechische Fluglotsen am Sonntag erlebt, als plötzlich keine Kommunikation mehr untereinander und mit den Piloten möglich war. Alle griechischen Flughäfen waren betroffen, sämtliche Flüge Richtung Griechenland wurden umgeleitet.

Lautsprecherdurchsagen riefen Menschenmengen immer wieder zur Geduld auf: Alle Gates seien geschlossen, die Fluggäste sollten warten. Auf Rhodos wurden Touristen zurück in ihre Hotels geschickt. Vor allem die großen Airports von Athen, Thessaloniki und Heraklion auf Kreta, herrschte Chaos. Gerade Athen verzeichnet auch im Winter viele ausländische Besucher.

Erst nach mehreren Stunden konnte der Flugverkehr langsam wieder aufgenommen werden.

Betrieb läuft wieder

Heute, Montag, sind die Flughäfen des Landes wieder weitgehend im Normalbetrieb. Fluggäste mussten am Montag dennoch Strapazen auf sich nehmen. Weil am Sonntag viele Flüge ausgefallen waren, war das Passagieraufkommen etwa am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos enorm, wie der Nachrichtensender ERTNews berichtete.

Unterdessen läuft die Suche nach der Ursache des Defekts. Im Fokus steht ein Funkmast nahe Athen, dessen Ausfall dafür gesorgt haben soll, dass die griechischen Fluglotsen im ganzen Land plötzlich weder miteinander noch mit den Piloten kommunizieren konnten. Sämtliche Flüge nach Griechenland und durch den griechischen Luftraum wurden daraufhin umgeleitet. Eine Cyberattacke oder Sabotage wurde bereits ausgeschlossen. Es soll sich um einen technischen Defekt handeln.

Systeme sollen modernisiert werden

Der griechische Verkehrsminister Christos Dimas sagte dem Sender ERTNews, es habe zu keiner Zeit Gefahr für die Flugsicherheit bestanden. Die Ursachen würden untersucht und auch die Verantwortlichkeiten geklärt, um ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern. "Ja, es werden Köpfe rollen", sagte er.

Zur Kritik des Fluglotsenverbandes, dass die Systeme völlig veraltet seien, meinte er: "Wir haben zwar ältere Systeme, aber sie entsprechen den europäischen Standards." Man habe jedoch mit der EU-Kommission bereits einen konkreten Aktions- und Modernisierungsplan vereinbart, der bis 2028 umgesetzt werden solle.

Anspruch auf Entschädigung

Sowohl Passagiere als auch Airlines hätten Anspruch auf Entschädigung für die Flugausfälle und Verspätungen, sagte der Minister weiter. Zum genauen Ablauf solcher Entschädigung äußerte er sich nicht; griechische Verbraucherschützer raten betroffenen Fluggästen, sich an ihre Fluggesellschaften zu wenden.

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